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19. October 2017

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Austro-Satelliten feiern vierten Geburtstag im All

Austro-Satelliten feiern vierten Geburtstag im All© piqs.de/myfotoart

Zwei österreichische Satelliten haben bisher Daten von rund 350 massiven, sehr hellen Sternen in Erdnachbarschaft erhoben und auch neue pulsierende Sterne entdeckt.

Mit einer Seitenlänge von 20 Zentimetern und einem Gewicht von etwa sieben Kilogramm sind die österreichischen Satelliten TUGSAT-1 und UniBRITE gerade einmal so groß wie ein Fußball. Sie umkreisen seit Februar 2013 die Erde in einer Höhe von etwa 800 Kilometern.
Ihre Aufgabe ist, Daten über Helligkeitsschwankungen der hellsten Sterne am Himmel zu sammeln. In jedem Satelliten befindet sich ein Teleskop, das mit einer CCD-Kamera verbunden ist und hochpräzise Helligkeitsmessungen erlaubt, wie Otto Koudelka von der TU Graz schildert. Die Satelliten beobachten Sterne, deren Helligkeitsschwankungen Perioden von wenigen Minuten bis zu mehreren Wochen haben.

2,5 Millionen Messungen
"Wir haben in den vergangenen vier Jahren in 17 Messkampagnen bisher einzigartiges Datenmaterial geliefert bekommen", sagte der Leiter des Grazer Teilprojektes BRITE Austria/TUGSAT-1. Der zweite österreichische Nano-Satellit UniBRITE wurde an der Universität Wien gebaut.
Insgesamt fünf Satelliten wurden bei der kanadisch-österreichisch-polnischen Mission BRITE Constellation ins All geschickt. Sie haben bisher mehr als 2,5 Millionen Messungen von massereichen Sternen gemacht. Diese Sterne führen nur ein verhältnismäßig kurzes Leben, sind aber mitverantwortlich für die Produktion jener chemischen Elemente, die auch für unser Leben erforderlich sind.
Allein an der TU Graz seien aus dem Projekt rund ein Dutzend Master- und Bachelorarbeiten und drei Dissertationen verfasst worden. Eine vierte sei im Entstehen. Ein wesentliches Ergebnis des gesamten Projektes ist auch, dass gezeigt werden konnten, dass mit kleinen Satelliten kostengünstig durchaus anspruchsvolle Aufgaben erfüllbar sind.

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APA-Science/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 23.03.2017