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24. August 2017

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Die Lehre digital fit machen

Die Lehre digital fit machen© piqs.de/chris darling

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner stellt die neuen Lehrberufspakete vor. Über 50 Ausbildungen werden erneuert und fit für digitalen Wandel gemacht.

Mit einem umfangreichen Lehrberufspaket will das Wirtschaftsministerium auf die Digitalisierung und die steigenden Anforderungen der Betriebe reagieren. Bis 2020 sollen insgesamt 54 Lehrberufe modernisiert und neu ausgerichtet werden. Zudem profitieren Lehrlinge ab dem 1. Juli von kostenlosen Vorbereitungskursen vor der Abschlussprüfung und Gratis-Sprachkursen im Ausland. „Die Lehre muss fit für den digitalen Wandel werden. Zusätzlich machen wir die Fachkräfteausbildung für Lehrlinge und Betriebe noch attraktiver. Damit werten wir die Lehre auch imagemäßig auf“, sagte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner bei einem Betriebsbesuch bei Siemens Österreich in Wien.

Herausforderung für duales Ausbildungssystem
Die bewährte duale Ausbildung steht vor großen Herausforderungen: „Der Trend Industrie 4.0 bringt neue Anforderungen. Parallel dazu führt der demographische Wandel zu einer sinkenden Zahl an Jugendlichen. „Damit steigt auch der Wettbewerb der Betriebe mit den weiterführenden Schulen um die besten Köpfe“, sagte Mitterlehner. Schon das Lehrberufspaket 2017 bringt modernisierte Berufsbilder, um etwa den digitalen Verkauf oder den Einsatz digital gesteuerter Anlagen besser ausbilden zu können.
Mitterlehner setzt auch das geplante Lehrlingspaket zügig um: Ab 1. Juli werden die vollen Kosten für alle Vorbereitungskurse auf die Lehrabschlussprüfung übernommen. Bisher war die Rückerstattung mit 250 Euro gedeckelt, aber vor allem in technischen Berufen sind die Kurse aufwendiger. Daher fallen Kosten von bis zu 800 Euro an. Zusätzlich wird die Antragstellung für die Rückerstattung erleichtert und erweitert. Derzeit nützen diese Aktion pro Jahr 8.500 Lehrlinge, künftig sollen es bis zu 3.000 mehr sein. Ebenfalls kostenlos werden die Sprachkurse von Lehrlingen im Ausland. Gefördert werden bis zu zwei Wochen Sprachaufenthalt.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 24.03.2017