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20. Juni 2019

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Die Zukunft Europas

Die Zukunft Europas© Bilderbox.com

Am 26. Mai 2019 wählt Österreich seine Abgeordneten für das EU-Parlament. Die nun final vorliegenden Ergebnisse der neuen Demokratieradar-Studie belegen die unterschiedlichen Sichtweisen zur EU.

Das Austrian Democracy Lab (ADL) hat rund 4.500 Bürger über ihre Vorstellungen zur Europäischen Union befragt (economy berichtete kürzlich über die ersten Trends). Die Meinungen in der Bevölkerung welche Richtung die EU künftig einschlagen soll, differieren stark. „Derzeit sind wir auf europäischer Ebene mit Umbrüchen konfrontiert, daher stellt sich vor allem auch die Frage wie sich Demokratie und sozialer Zusammenhalt in Europa weiter gestalten“, so Christina Hainzl, Leiterin des Research Lab Democracy and Society in Transition an der Donau–Universität Krems.

Der aktuelle Zustand der EU
Für knapp 30 Prozent kommt die aktuelle EU der eigenen Idealvorstellung schon recht nahe, für gut 20 Prozent entspricht sie diesem Bild überhaupt nicht. Der weitaus größte Teil der Befragten mit rund 50 Prozent antwortet neutral, ist von der jetzigen EU demnach weder begeistert noch abgeschreckt.
"Für die BürgerInnen gibt es die unmittelbare Möglichkeit die Zukunft der EU selbst zu bestimmen: Indem sie an den Europawahlen am 26. Mai teilnehmen, können sie beeinflussen, in welche Richtung sich die EU entwickeln soll", streicht Georg Pfeifer, Leiter des Verbindungsbüros des Europäischen Parlaments, heraus.

Bewertung möglicher Zukunftsszenarien
Die Befragten können mit verschiedenen Szenarien etwas anfangen. Relativ am wenigsten Zustimmung erhält das Weiterarbeiten mit den aktuellen Strukturen und Zuständigkeiten, relativ am meisten ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten. „Es gibt durchaus einen Veränderungswunsch, eine klare Zielvorstellung fehlt allerdings“, sagt Katrin Praprotnik, Politikwissenschaftlerin an der Donau-Universität Krems.
Auch zwischen den Anhängern der Regierungsparteien zeigen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Bewertung der Zukunftsszenarien. „Im Vergleich zu den ÖVP-Sympathisanten sind Personen, die der FPÖ nahestehen, deutlich unzufriedener mit dem aktuellen Stand und stehen einer weiteren Vertiefung der Union skeptischer gegenüber“, so das Demokratielab in einer Aussendung. „SPÖ- und Grün-Sympathisanten stehen im Vergleich zu den ÖVP-Anhängern für eine politisch engere Zusammenarbeit.“

Die Vereinigten Staaten von Europa
„Als längerfristige Zukunftsvision kann sich mehr als die Hälfte eine Art Vereinigte Staaten von Europa vorstellen, wobei das, was man darunter versteht, individuell vermutlich sehr schwankt“, sagt Flooh Perlot, Politikwissenschaftler von der Karl-Franzens-Universität Graz. Eines der klarsten Ergebnisse zeigt die Studie in Hinblick auf einen Austritt aus der EU: Drei Viertel lehnen einen solchen Schritt Österreichs ab.
Das Demokratieradar ist eine halbjährliche Studie der Donau-Universität Krems und der Karl-Franzens-Universität Graz. Sie basiert auf einer Umfrage unter rund 4.500 Personen in Österreich. Das Demokratieradar ist Teil des Austrian Democracy Lab (ADL), das seit Anfang 2018 den Zustand der Demokratie in Österreich analysiert und Vorschläge zu ihrer Weiterentwicklung ausarbeitet.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 08.02.2019