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22. August 2017

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Etikettenschwindel beim Schulautonomiepaket

Etikettenschwindel beim Schulautonomiepaket© economy

Die BHS-Direktoren befürchten finanzielle Einschnitte durch die kommende Schulreform. Das Bildungsministerium weist die Kritik zurück.

Die BHS-Direktoren fürchten finanzielle Einschnitte: "Wenn Schülerhöchstzahlen und Teilungszahlen außer Kraft gesetzt werden, vermuten wir - und ich bin seit 15 Jahren Direktor -, dass Sparmaßnahmen dahinter stehen", so der Obmann des Verband der Direktoren der Tourismusschulen, Jürgen Kürner. Auch sein Obmann-Kollege Leopold Mayer von den Höheren Lehranstalten und Fachschulen für wirtschaftliche Berufe, vermutete eine Art Etikettenschwindel: "Wie bei Elisabeth Gehrer die Kürzung von Unterrichtsstunden als Entlastung der Schüler verkauft wurde, wird das jetzt als Autonomie verkauft."
Der Sprecher der AHS-Direktoren, Wilhelm Zillner, nahm an der Pressekonferenz nicht teil: Ohne überhaupt einen Begutachtungsentwurf zu kennen, könne er seriöserweise keine Stellungnahme dazu abgeben, so Zillner auf APA-Anfrage.

Keine zusätzlichen Mittel
Das Bildungsministerium weist die Kritik am Schulautonomie-Paket jedenfalls zurück. Die damit verbundene Forderung nach zusätzlichen Mitteln für die Autonomie sei nicht nachzuvollziehen. "Im OECD-Vergleich haben wir eines der allerteuersten Systeme bei nicht zufriedenstellenden Ergebnissen. Ein Mehr an Kosten ist nicht argumentierbar", hieß es gegenüber der APA.
Der Entwurf zum Autonomiepaket soll demnächst zur Begutachtung versendet werden. Zwischen SPÖ und ÖVP herrsche bereits Einigkeit, finale Gespräche gebe es noch mit den Ländern, Sozial- und Schulpartnern.

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APA-Science/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 27.02.2017