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17. Dezember 2017

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Mehr Angst, weniger Kinder

Mehr Angst, weniger Kinder© piqs.de/sharon pruitt

Wer sich um den Job Sorgen macht, der schiebt häufiger seinen Kinderwunsch auf oder verwirft ihn sogar ganz.

Steigt die Angst um den Arbeitsplatz, neigen höhergebildete Männer und Frauen mit konkretem Kinderwunsch dazu diesen aufzugeben. Umgekehrt ist die Sache interessanterweise nicht so klar. Sinkt bei höhergebildeten Frauen die Angst um den Arbeitsplatz, können nämlich zwei Effekte auftreten: Die einen entwickeln signifikant häufiger einen Kinderwunsch, die anderen geben ihn häufiger auf. Die Forscher erklären sich das damit, dass höhere Arbeitsplatzsicherheit zwar einerseits die Ressourcen steigert, um Kinder zu bekommen - umgekehrt steht dem jedoch oft ein starkes Engagement am Arbeitsplatz gegenüber.
Auch eine erhöhte Arbeitsplatzsicherheit bei Männer trägt nicht unbedingt zur Realisierung des Kinderwunschs bei. "Dies lässt darauf schließen, dass die Verwirklichung des Kinderwunsches vor allem von der Arbeitsplatzsituation der Frauen abhängt", erklärt Studienautorin Doris Hanappi. Bei Personen mit niedriger oder geringer Bildung ist die Situation etwas anders. Bei ihnen steigt die Wahrscheinlichkeit, ihren Kinderwunsch aufzugeben, nicht mit der persönlichen Arbeitsplatzunsicherheit, sondern mit einer Verschlechterung der generellen wirtschaftlichen Situation.

In ihrem durch ein APART-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) geförderten Forschungsprojekt widmete sich Hanappi an der University of California in Berkeley (USA) mit Kollegen der Universität Lausanne (Schweiz) dem Zusammenhang zwischen Arbeitsplatzsicherheit und Familienplanung. Analysiert wurden die Angaben von 1.634 Personen in Paarbeziehungen über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren.

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APA-Science/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 06.04.2017