Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

30. April 2017

Search form

Search form

Neurofeedback hilft bei Schlafstörung nur als Placebo

Neurofeedback hilft bei Schlafstörung nur als Placebo© piqs.de/rolands lakis

Eine Pseudo-Behandlung wirkt bei Schlafstörungen genauso gut oder schlecht wie Neurofeedback.

Neurofeedback ist eine Trainingsmethode, bei der Patienten lernen sollen, ihre Gehirnaktivität besser zu regulieren, um bestimmte Störungen wie Ängste, Depressionen, Epilepsien, Aufmerksamkeits- und Schlafstörungen zu mindern. Bei den Patienten wird dabei mittels EEG die Gehirnaktivität aufgezeichnet und auf einem Monitor sichtbar gemacht. Durch dieses Feedback sollten die Patienten lernen, fehlgeleitete Gehirnaktivitäten zu beherrschen.
Die Methode gilt als wissenschaftlich fundiert und effektiv, doch bisherige Studien genügten nicht den klinischen Standards, erklärt Manuel Schabus vom Labor für Schlaf und Bewusstseinsforschung der Universität Salzburg. Schabus hat nun mit Kollegen eine Doppelblindstudie zu Neurofeedback-Training bei Schlafstörungen durchgeführt. Das Ergebnis war ernüchternd.

Total egal
Einerlei ob sie echtes Neurofeedback- oder Pseudotraining bekamen, schliefen alle Teilnehmer danach besser und erzählten von mehr Lebensqualität. "Die Studie zeigt also, dass die berichteten Wirkungen reine Placebo-Effekte sind", erklären die Wissenschafter. Im Schlaflabor spiegelten sich die Verbesserungen, von denen die Probanden berichteten, auch nicht in objektiven Daten wider. Weder das Neurofeedback-Training, noch die Pseudobehandlung führten zu besserer Schlafqualität. Bei Schlafstörungen sei die Methode demnach nicht mehr zu empfehlen.
Es wäre nun wichtig, dass man die Wirksamkeit von Neurofeedback-Training bei den anderen Anwendungsgebieten mit doppelblinden Studien testet. "Nur so können die bisherigen Ergebnisse entweder seriös bestätigt oder widerlegt werden", erklärte Schabus.

Links

APA-Science/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 14.03.2017