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14. Dezember 2018

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Standortfördernder Wissenstransfer aus CERN-Kooperation

Standortfördernder Wissenstransfer aus CERN-Kooperation© piqs.de/jack davidson

Das Land Niederösterreich erweitert die Kooperation mit dem Business Incubation Center am CERN. Studierende an NOe-Fachhochschulen und Unternehmen sollen verstärkt vom Know-how des renommierten Europäischen Teilchenphysiklabors profitieren.

Das niederösterreichische Gründerservice accent und das Europäische Teilchenphysiklabor CERN in Genf (CH) kooperieren seit nunmehr vier Jahren als eines von 10 CERN-Business Incubation Center (BICs) weltweit. Ziel ist, ausgewählten Start-Ups Zugang zum CERN Expertenwissen zu schaffen und durch zusätzliches Know-how neue Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die Kooperation ist zudem wichtiger Bestandteil der Spin-Off-Strategie des Landes Niederösterreich.

NOe-Netzwerk für Wissenschaft und Unternehmen
"In Zukunft soll die Kooperation nicht nur technologischen Start-Ups sondern auch unseren Fachhochschulen sowie ausgewählten Unternehmen aus Niederösterreich zur Verfügung stehen", erläutert Petra Bohuslav, NOe-Technologielandesrätin. "Wir wollen ein Netzwerk aufbauen von dem sowohl die niederösterreichischen Unternehmen als auch die Wissenschaftler des CERN profitieren können“, unterstreicht Bohuslav bei einem Treffen am CERN mit österreichischen Forschern.
"Wir sind sehr zufrieden mit unserer Zusammenarbeit mit Österreich im Bereich des Wissenstransfers, zugunsten der österreichischen Wirtschaft sowie der Gesellschaft im Allgemeinen“, betont Giovanni Anelli, Leiter Technologie-Transfer CERN. „Insbesondere schätzen wir die Partnerschaft mit dem accent Gründerservice für das Austrian Business Incubation Center of CERN Technologies, welches uns beim Transfer von am CERN entwickelten Technologien und Wissen zu neuen Start-Ups unterstützt“, ergänzt Anelli.

Interdisziplinäre und länderübergreifende Forschungsgruppen
Gleichzeitig will man auch niederösterreichischen Studierenden die Möglichkeit bieten, einen Einblick in die Technologiewelt des CERN zu bekommen. Mit Johannes Ambrosch von der FH St. Pölten, Sofie Koschitz von der FH IMC Krems und Mariella Pfannenstill von der FH Wiener Neustadt (Standort Wieselburg) nehmen erstmals Studierende aus Niederösterreich bei einem einwöchigen Praktikum am CERN teil. In dieser Zeit arbeiten sie gemeinsam mit norwegischen Studenten an der wirtschaftsorientierten Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse am CERN.
"Die Teilnehmer aus Niederösterreich arbeiten heuer gemeinsam mit den norwegischen Studierenden an Umsetzungsstrategien für CERN-Know-how", erklärt Doris Agneter, Geschäftsführerin des niederösterreichischen Inkubators tecnet equity. "Innerhalb einer Woche soll ein tragfähiges Business-Konzept erarbeitet werden. Unser Ziel ist, dass wir ab dem nächsten Jahr auch für niederösterreichische Studenten ein ähnliches Format umsetzen“, ergänzt Michael Moll, Geschäftsführer des accent Gründerservice.
"Damit wollen wir Studierenden ermutigen, eigene Geschäftsideen oder neue Produkte zu entwickeln und diese umzusetzen“, skizziert Petra Bohuslav die standortpolitische Richtung. Generell stelle diese CERN-Kooperation für die niederösterreichischen Start-Ups einen besonderen Mehrwert dar, der das hochqualifizierte wissenschaftliche Netzwerk des Hightech Inkubators accent und der tecnet equity entsprechend ergänze.

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PressetextAustria/red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 06.12.2018