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28. Juni 2017

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Das Imponiergehabe der Buntbarsche

Das Imponiergehabe der Buntbarsche(C) Nicolas COUTHOUIS

Bei Buntbarschen wird die Rangordnung durch Pinkelduelle festgelegt. Auch hier haben die größeren die Nase vorn.

Löwen brüllen, um anderen zu imponieren, Hirsche tragen dazu große Geweihe und Gorillas trommeln auf ihre Brust. Auch Buntbarsche klären gewaltlos, wer stärker ist: Indem sie um die Wette pinkeln, berichtet ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung. Die Studie erschien im Fachmagazin "Behavioral Ecology and Sociobiology".
Die Wissenschafter um Dario-Marcos Bayani von der Universität Bern haben Buntbarsche, die vom Tanganjikasee in Afrika stammen, jeweils paarweise, aber durch durchsichtige Wände getrennt, in Becken gesetzt. Die Tiere konnten einander zwar sehen, aber nicht berühren oder gar miteinander kämpfen. Die Trennwand war entweder massiv, so dass die beiden keine chemischen Signale austauschen konnten, oder durchlöchert. Außerdem hatten die Forscher den Fischen zuvor Farbstoff injiziert, damit ihr Urin gut im Wasser zu sehen war.

Scheinangriffe
Wenn die zwei Fische einander erblickten, folgten fast unmittelbar Scheinangriffe und Drohgebärden. Außerdem entleerten sie schubweise ihre Blasen. Die größeren Exemplare hatten freilich jeweils das größere Organ und konnten damit öfter Urin absetzen. Wenn diese Geruchssignale wegen einer dichten Zwischenwand nicht den Konkurrenten erreichten, dann pinkelten die dominanten Fische noch mehr, vermutlich weil die anderen nicht adäquat mit Kapitulation reagierten. Die Kleinen führten dann wiederum öfters Angriffe in Richtung der Großen aus, weil sie wohl nicht so gut erkennen konnten, dass diese viel stärker waren.
"Die Fische sahen einander zwar, aber offensichtlich reichte dies nicht aus, um die potenziellen Gegner richtig einzuschätzen", erklärte der österreichische Biologe Michael Taborsky vom Institut für Ökologie und Evolution der Uni Bern. Sie bräuchten offensichtlich auch die Geruchsstoffe als Information.

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APA-Science/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 02.03.2017