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22. November 2017

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Der Kampf gegen die Rush Hour

Der Kampf gegen die Rush Hour© piqs.de/macrobiene

In Milton Keynes regelt in Zukunft Künstliche Intelligenz den Verkehr.

Die Ampeln der Zukunft nutzen in der britischen Stadt Milton Keynes Künstliche Intelligenz (KI), um Stoßzeiten ein Ende zu setzen. Das System überwacht nicht nur Überlastungen des Verkehrsnetzes in Echtzeit, sondern räumt auch Radfahrern, Bussen sowie Rettungswagen mithilfe von grünen Lichtern Vorrang ein. Die Technologie ist vom britischen Unternehmen Vivacity Labs entwickelt worden.
"Verkehrssteuerung, die aufgrund des tatsächlichen Verkehrsgeschehens eingreifen kann, ist sinnvoll, wenn damit Straßenbahnen und Busse, Radfahrer, Fußgänger und Einsatzfahrzeuge bevorrangt werden", erklärt Markus Gansterer, Experte beim VCÖ. Soll damit nur der Kfz-Verkehr flüssiger gemacht oder die Straßenkapazität erhöht werden, bringen solche Systeme keinen nachhaltigen Nutzen, weil dann der Autoverkehr zunehme.

Kostspieliges Vorhaben
"In Städten wie Graz und Wien bekommen Busse und Straßenbahnen bereits an vielen Kreuzungen automatisch Vorrang, auch wenn dies nicht flächendeckend erfolgt", führt Gansterer aus. Solche Ampelsysteme auf Kamerabasis einzuführen, könne die Chance auf einfachere Umsetzung dieses Vorrangsystems bergen.
2.500 Sensoren dienen in Milton Keynes der Verkehrsüberwachung. Diese decken eine Fläche von rund 130 Quadratkilometern ab und haben sowohl alle wichtigen Knotenpunkte als auch Parkplätze im Blick. Des Weiteren visualisieren Wärmebilder, wie Fußgänger und Motorradfahrer sich im Verkehr verhalten. Im September 2018 wird der Ansatz erstmals zum Einsatz kommen. Das neue Projekt kostet die Stadt Milton Keynes in etwa drei Millionen Pfund (rund 3,5 Mllionen Euro).

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PressetextAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 19.10.2017