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20. November 2019

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ERC-Grant für TU-Forscher

ERC-Grant für TU-Forscher© Bilderbox.com

Mittels „optischer Frequenzkämme“ aus Laserlicht entwickelt Benedikt Schwarz winzige Sensoren zum Aufspüren chemischer Substanzen. Dafür wurde der TU-Wissenschaftler nun mit einem ERC-Grant ausgezeichnet.

(red/mich/cc) Die ERC-Starting-Grants des European Research Council (ERC) zählen zu den wichtigsten Wissenschaftspreisen Europas und Auszeichnung und Preis von 1 Mio. Euro kann sich nun Benedikt Schwarz von der TU Wien freuen. Mit großen Fortschritten bei kompakten Lasertechnologien am Institut für Festkörperelektronik (Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik) sorgte er bereits in den letzten Jahren für aufsehenerregende wissenschaftliche Entwicklung.

Der aktuelle ERC-Grant soll nun für Schwarz in den nächsten fünf Jahren die Entwicklung eines kompakten, tragbaren, energiesparenden Lasersensor zum Nachweis verschiedener chemischer Substanzen möglich machen. So sollen Messgeräte in Handy-Größe umgesetzt werden, mit denen man Umweltschadstoffe nachweisen oder sogar Krankheiten diagnostizieren kann.

Sensortechnik für die Hosentasche
Schwarz legte bereits in seiner Dissertation relevante Grundsteine für miniaturisierte Sensoren. Seit zwei Jahren forscht sein Team an neuen miniaturisierbaren Frequenzkammtechnologien und publiziert in internationalen Fachjournalen wie „Nature Photonics“ und „Optica“. Die im Juni 2019 vorgestellte Frequenzkammtechnologie kommt ohne bewegliche Spiegel oder andere mechanische Teile aus, sie lässt sich auf einer Größe von wenigen Millimetern unterbringen und benötigt auch deutlich weniger elektrische Leistung (Anm. nur 1–2 Watt) als bisherige Systeme, die zudem aufwändig gekühlt werden mussten.

Die Liste der möglichen Anwendungen für eine solche Technik ist lang – vom Nachweis von Umweltschadstoffen bis hin zur Medizin: „Wir wollen in den nächsten Jahren die Laser- und Sensortechnik so weit verbessern, dass wir am Ende unseres Projektes bereits einen fertigen Prototyp haben, mit dem man dann die medizinische Forschung unterstützen kann“, erläutert Schwarz.

Benedikt Schwarz
Benedikt Schwarz wuchs in Tirol auf. 2007 begann er mit seinem Elektrotechnik-Studium an der TU Wien und schloss nach vier Jahren mit einem Master in Mikroelektronik ab. Am Institut für Festkörperelektronik promovierte er 2015. Als Visiting Researcher ging er dann 2015 an die Harvard University (USA), wo er seither als sogenannter Accociate Researcher aktiv ist.

Parallel startete Schwarz 2016 sein eigenes Forschungsprojekt an der TU Wien, finanziert vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF. 
Seine wissenschaftlichen Leistungen wurden bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, etwa mit dem Würdigungspreis des BM für Wissenschaft & Forschung, dem INiTS Award oder dem FACSS Innovation Award.

Nun kommt mit dem ERC-Grant eine besonders hoch dotierte Auszeichnung hinzu, der Schwarz die deutliche Ausweitung seiner Forschungsaktivität an der TU Wien ermöglicht. Die Förderung ist dafür gedacht, jungen ForscherInnen den Aufbau einer eigenen europäischen Spitzenforschungsgruppe zu ermöglichen.

Links

red/mich/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 24.09.2019