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26. Mai 2017

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Fahrende Roboter statt selbstfahrende Autos

Fahrende Roboter statt selbstfahrende Autos© piqs.de/bob jagendorf

Mit einfachen Kameras und einem ausgeklügelten Algorithmus wird jedes Auto zum selbstfahrenden Fahrzeug.

Experten der Ben-Gurion University of the Negev haben einen Roboter entwickelt, der jedes Auto in ein selbstfahrendes Fahrzeug verwandelt. Der "Intelligent Vehicle Operator" (IVO) setzt auf eine Handvoll einfacher Kameras, Bewegungssensoren und wenige mechanische Geräte, um seine Umwelt zu erfassen und etwa Bremsen oder Lenkrad zu betätigen. Ein Algorithmus sorgt auch bei schwierigen Licht- und Wetterverhältnissen für Sicherheit.
"Andere Konzepte, wie die von Google, Tesla oder Uber, basieren darauf, dass das komplette Fahrzeug in ein selbstfahrendes Auto verwandelt werden muss. Das bedeutet zehntausende von Dollar mehr auf dem Preisschild", zitiert "Livescience" Oded Yechiel, Student am Department of Electrical & Computer Engineering. Das neue System, das eines Tages einfach und praktisch in einem Koffer verstaut werden könnte, sei aber kein Umbausatz, sondern ein "autonomer Fahrroboter". Diesen könne man in jedes beliebige Auto setzen. "So kann die weltweite Flotte an Autos weiterverwendet werden", so Yechiel.

Wenig Praxiserfahrung
"Außerdem ist es ein riesiger Vorteil, wenn man nur ein einziges generisches Produkt hat, weil sich damit eine große Kostenersparnis erzielen lässt, wenn man in die Massenproduktion geht", ergänzt der Forscher. In der aktuellen Prototypversion würde die Produktion von IVO nur rund rund 1.465 Euro kosten. "Wenn wir größere Stückzahlen herstellen, werden die Kosten noch weiter sinken", ist Yechiel überzeugt.
Was das Sammeln von Praxiserfahrung betrifft, kann der Prototyp aus Israel aber mit der Konkurrenz anderer Hersteller nicht mithalten. Während andere bereits Millionen von Testkilometern hinter sich gebracht haben, blieb der Einsatz von IVO bislang vor allem auf die Parkplätze rund um die Universität beschränkt.

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PressetextAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 19.05.2017