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21. September 2017

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Handlicher Scanner zur Asphaltprüfung

Handlicher Scanner zur Asphaltprüfung© Bilderbox.com

Auch Straßen altern. Mit einem einfachen Handscanner kann nun direkt vor Ort die Qualität von Bitumen festgestellt werden.

Asphalt hält nicht ewig. Irgendwann altert er und beginnt zu bröckeln. Der Grund dafür liegt im Bitumen, dem klebrigen Bindemittel, das die Gesteinsanteile im Asphalt zusammenhält. Das Erdölprodukt besteht aus vielen verschiedenen organischen Bestandteilen, die sich im Lauf der Zeit chemisch verändern. Bisher konnte man den Zustand von Bitumen nur im Labor annähernd bestimmen. An der TU Wien wurde nun eine viel einfachere und genauere Methode entwickelt: Mit Hilfe einer Fluoreszenz-Analyse kann nun ein kleiner, mobiler Handscanner rasch und einfach die Qualität von Bitumen ermitteln.
„Verschiedene Ursachen können sich negativ auf die Qualität von Bitumen auswirken“, erklärt der Chemiker Prof. Hinrich Grothe von der TU Wien. „Umwelteinflüsse oder auch Fehler bei der Verarbeitung können dazu führen, dass Bitumen altert – es verliert seine Elastizität, wird spröde und brüchig“, erklärt Grothe. Bisher hat man das Bitumen meist mit mechanischen Messmethoden untersucht. Über hundert verschiedene standardisierte Verfahren zur Qualitätsmessung gibt es bereits, doch sie können nur von Fachpersonal im Labor angewandt werden.

Messungen im Labor
Der Handscanner der TU Wien arbeitet mit Leuchtdioden, die bestimmte Anteile des Bitumens zum Fluoreszieren anregen. „Durch die Alterung des Bitumens ändert sich seine Zusammensetzung. Die Mengenverhältnisse von wichtigen Bestandteilen, wie Alkanen, Aromaten, Harzen und Asphaltenen, verschieben sich“, erklärt Grothe. „Wir haben drei Wellenlängen identifiziert, die sich für die Qualitätskontrolle ganz besonders gut eignen.“
Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde ein tragbarer, handlicher Scanner entwickelt, mit dem sich innerhalb von Sekunden eine zuverlässige Messung durchführen lässt. So ist nun erstmals eine lückenlose Qualitätskontrolle von Bitumen möglich.

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red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 28.04.2017