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11. August 2020

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Innovation durch Kooperation

Innovation durch Kooperation© T-Systems Austria

Wissenstransfer. Die praxisorientierte Entwicklung und Anwendung neuer Technologien braucht entsprechende Testumgebungen. Ein Expertenkommentar von Peter Lenz, Managing Director von T-Systems Alpine.

Geschwindigkeit und Vielfalt bei neuen digitalen Anwendungen fordert von Unternehmen Know-how und die Integration in betriebliche Produktionsketten braucht Erfahrung und Geduld. Umgekehrt muss die IT-Industrie nicht mehr nur Technologie können, sondern auch übergreifende Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle verschiedener Branchen verstehen. Die Zusammenführung dieser Kriterien erfordert gesonderte Entwicklungsräume.

Smart Factory an der TU Graz
Wie praxisorientierte Innovation durch interdisziplinäre Kooperation entsteht, zeigt ein Pilotprojekt an der TU Graz an dem wir als T-Systems mitarbeiten. Unter dem Titel smartfactory@tugraz haben sich hier ein interfakultär besetztes Forschungsteam und Industriepartner zusammengefunden. Am Campus Inffeldgasse entstand eine Forschungslandschaft für agile und datensichere Fertigungskonzepte der Zukunft sowie ein anwendungsorientiertes Lernfeld für Studierende. Angesprochen sind primär Betriebe aus Gewerbe und Industrie, ein besonderer Fokus betrifft die Bedürfnisse von KMU.

Gemeinsam gehen wir der Frage nach, wie Produktionsdaten für Leistungssteigerungen gewonnen, verarbeitet und in neuen Steuergrößen eingesetzt werden können, das sogenannte Big Data-4- Manufacturing. Erforscht werden auch die Bereiche Konnektivität und Digitale Integration sowie neue Produktionsmethoden mit denen kleine Stückzahlen flexibel und rentabel hergestellt werden können. Die Smart Factory macht diese digitale Fertigung anhand einer realen Produktionsherstellung sichtbar und bietet eine Entwicklungsumgebung für nachhaltig und individuelle Innovationen.

Cyberphysikalische Architekturen
Zwei relevante Themen sind Datensicherheit und die Verlässlichkeit computergesteuerter Produktionssysteme. Als T-Systems steuern wir hier Know-how im Bereich der Information-Security in einer Industrie 4.0 Umgebung bei und legen dabei den Fokus auf Cybersecurity und Angriffserkennung. Inkludiert ist hier auch Management und Analyse großer Datenmengen.

Ein sogenannter Datenbus ermöglicht den kontrollierten Austausch zwischen unterschiedlichsten Systemen. Damit entstehen aus Produktionsumgebungen cyberphysikalische Architekturen. Entwickelt werden zudem erste Fallbeispiele im Produktionsbetrieb sowie vorausschauende Systeme für Monitoring, Wartung und maschinelles Lernen. Ebenso in unserer Verantwortung liegt die (technologische) Absicherung der Grazer Smart Factory und das inkludiert auch ein Firewall-Konzept.

Lebendige Begegnungszone
In modernen Fabriken kommunizieren Menschen, Produkte, Maschinen und Werkstoffe in zunehmend vernetzten Systemen. Zielsetzung des angewandten Testlabors ist, dass heimische Unternehmen digitalisierte Produktionstechnologien praxisrelevant entwickeln, erproben und schneller marktreif machen.

Die Smart Factory an der TU-Graz ist lebendige Begegnungszone von Wissenschaft und Wirtschaft und versteht sich letztlich als Digitalisierungs-Inkubator der fertigenden Industrie. Die Produktion befindet sich aktuell in einem tiefgreifenden Wandel. Das Thema Innovation durch Kooperation gerade in diesem Bereich ist daher für uns als T-Systems besonders wertvoll.

Links

Peter Lenz, Economy Ausgabe Webartikel, 11.06.2020