Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

21. September 2017

Search form

Search form

Neuer Behandlungsansatz für Hirntumore

Neuer Behandlungsansatz für Hirntumore© piqs.de/jim fischer

Weniger Nebenwirkungen verspricht eine Studie für Glioblastom-Patienten.

Eine Phase-I-Studie mit einem neuen Impfstoffkandidaten und einer bereits zugelassenen Chemotherapie hat ergeben, dass diese Behandlung bei Patienten mit Glioblastom, einer häufigen Form des Hirntumors, unerwartet deutlich bessere Überlebenschancen bedeutet. Das Team um Kristen Batich vom Duke Cancer Institute konnte zudem zeigen, dass die Kombination für Patienten gut verträglich ist.
Im Rahmen der Studie haben elf Glioblastom-Patienten das Studienmedikament, bestehend aus Temozolomid in höheren Dosen und anderen Impfstoffen erhalten. Die Forscher überwachten die Probanden laufend auf Toxizität und Nebenwirkungen. Bei Temozolomid kam es zu den bekannten Nebenwirkungen wie Übelkeit, Lymphopenie, Thrombozytopenie und Müdigkeit. Obwohl die Studie klein war, überlebten vier der elf Teilnehmer mehr als fünf Jahre nach der Behandlung. Diese Ergebnisse sind bei Glioblastomen unüblich. Die mediane Überlebenszeit bei dieser tödlichen Krebserkrankung liegt derzeit bei knapp 15 Monaten.

Ansatz nutzt Immunschwäche
Aufbauend auf früheren Forschungsergebnissen, setzten die Wissenschafter eine Kombination der dendritischen Zelltherapie und des immunstimulierenden Faktor ein, die als Kombination nach der erhöhten Dosis von Temozolomid verabreicht wurde. Die elf Patienten erhielten in der Folge mindestens sechs Impfungen. Die Forscher nutzten dabei die durch das Medikament verursachte Immunschwäche. So könne die Tumorprogression deutlich verlangsamt werden.
Normalerweise beginnen Glioblastome durchschnittlich acht Monate nach der Behandlung wieder zu wachsen. Bei den Studienteilnehmern trat dieser Rückfall im Durchschnitt erst nach 25 Monaten ein. Die Forscher betonen jedoch, dass es sich um eine sehr kleine Studie ohne ein zufälliges Patientensample gehandelt hat.

Links

PressetextAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 05.05.2017