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26. Juni 2017

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Österreich investiert zu wenig in Hochschulen

Österreich investiert zu wenig in Hochschulen© piqs.de/snah2007

Um den Anschluss zu finden, muss Österreich verstärkt auf das Potenzial der Universitäten setzen.

Österreich hat in den vergangenen Jahren seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) deutlich gesteigert. Dennoch ist es bisher nicht gelungen, zu den führenden Innovationsländern aufzusteigen. Den Grund dafür sieht eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo darin, dass die Innovationsführer anders fördern: Sie investieren stärker in Hochschulen und weniger in Unternehmen. In der nun veröffentlichten Studie hat Wifo-Experte Jürgen Janger die Leistungsfähigkeit von Innovationssystemen anhand der Fähigkeit gemessen, sich der höchsten Leistungsgrenze in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Innovation und Wirtschaft zu nähern. Österreich gelingt dies nur bedingt, der Abstand zur Spitze sei teilweise groß, konstatiert die Studie.

Grundlagenforschung mau
Im Bereich Grundlagenforschung erreiche Österreich nur 69 Prozent von Innovationsführern wie Dänemark, Deutschland oder der Schweiz. Bei der angewandten Forschung schafft Österreich 86 Prozent der Leistungsgrenze.
Im Innovations-Bereich schneidet Österreich bei der Umsetzung neuen Wissens in neue wirtschaftliche Aktivitäten mit 88 Prozent "schlecht ab", heißt es in der Studie.
Besser gelinge Österreich mit 98 Prozent die Verbesserung der Marktposition in bestehenden industriellen Stärken. Bei der Produktivität erreicht Österreich 94 Prozent. Janger ortet das Problem darin, dass "die führenden Länder Innovation anders als Österreich fördern". Als Beispiel nennt der Experte die Hochschulausgaben pro Kopf: Österreich erreiche da nur 85 Prozent des Niveaus der Innovationsführer. Bei der wettbewerblichen Finanzierung der Unis, die sich stark auf die wissenschaftliche Qualität auswirke, seien es gar nur 40 Prozent.
"Wer bei Forschung und Innovation führend sein will, muss attraktiv für die Besten sein", betont Janger in einer Aussendung. Mangels globaler Unternehmen wie Apple oder Google, die als Magnete für Talente wirken, sollte verstärkt auf das Potenzial der Universitäten gesetzt werden. Als "überdurchschnittlich hoch" schätzt die Studie dagegen die Forschungsförderung für Unternehmen in Österreich ein. Der Studienautor fordert aber einen stärkeren Fokus auf die Effizienz: Die Förderungen seien sehr hoch, gleichzeitig aber die Möglichkeiten, ihre Wirksamkeit zu prüfen im europäischen Vergleich sehr schlecht.

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APA-Science/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 07.04.2017