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22. September 2021

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Schutz vor Hackerangriffen und Raubkopien

Schutz vor Hackerangriffen und Raubkopien © Pexels.com/Softwarepark Hagenberg

Software Competence Center Hagenberg entwickelt Schutzsysteme gegen Industriespionage oder Sabotage. Kooperatives Forschungsprojekt „DEPS“ mit Wissenschaft und Wirtschaft setzt bei Produktionssystemen an und sucht noch Projektpartner.

(red/mich/cc) Produkte werden immer intelligenter, die Vernetzung der dafür nötigen Produktionen und Prozesse und übergreifender Wertschöpfungsketten nimmt rasant zu. Angefangen von der smarten Zahnbürste bis hin zum autonomen Automobil, hat mittlerweile nahezu jedes Produkt eine Software-Komponente. Das beeinflusst sowohl Kosten als auch Funktionalität. Auch die Intelligenz der Produktionsmaschinen wird zunehmend durch Software getrieben.

Wertvolles Wissen steckt in der Software
„Immer mehr wertvolles Wissen steckt in der Software, die immer öfter zum Ziel für Hacker wird. Entsprechend ist Schutz von Software und Urheberrechte essenziell. Es gibt bereits zahlreiche Lösungen, aber auch einigen Verbesserungsbedarf, sowohl was den praktischen Einsatz als auch die Sicherheit betrifft“, erläutert Thomas Ziebermayr, Area Manager Software Science am Software Competence Center Hagenberg (SCCH).

„Wir entwickeln daher einen neuen Ansatz zur Problemlösung mit dem Ziel die Software gegen Attacken von außen abzusichern, Raubkopien zu verhindern und somit das geistige Eigentum der Unternehmen zu schützen“. Gemeinsam mit der Münchner Universität der Bundeswehr (Institut für Systemsicherheit), der École Polytechnique Fédérale de Lausanne, der belgischen KU Leuven (Institut für Informatik) und dem Embedded Systems Lab am FH Campus Hagenberg entwickeln die Hagenberger ForscherInnen nun gänzlich neue Methoden dafür.

Unkopierbare und unveränderbare Betriebssoftware
"In der Software hat sich eine Monokultur etabliert. Gelingt es einem Angreifer, einen Code zu hacken, kann er damit ganz einfach alle Maschinen des Herstellers attackieren, weil die Programme auf allen Maschinen gleich sind. Wir verhindern das, indem wir die Software diversifizieren. Angriffe funktionieren dann nur mehr für die eine Maschine“, erklärt Ziebermayr den Ansatz.

„Zusätzlich verbinden wir die Software mittels neuer Methoden untrennbar mit der Hardware. Damit sind Raubkopien nicht mehr möglich. Durch die Kombination mehrerer Methoden wird der Aufwand für das Reverse Engineering der Betriebssoftware sehr groß und damit wirtschaftlich unrentabel für Hacker", betont Ziebermayr.

Projektpartner für Forschungsprogramm gesucht
Im laufenden Projekt werden nun in enger Partnerschaft zwischen Forschung und Industrie die technischen Grundlagen geschaffen und die ersten Prototypen entwickelt. Unternehmen mit Interesse an sicherer Betriebssoftware können noch am Folgeprojekt und am neuen Modul (Anm. im Rahmen der Forschungsprogrammlinie COMET) teilnehmen.

„Da es sich hier um Grundlagenforschung handelt, ist der Aufwand für die Unternehmen überschaubar“, so das SCCH in einer Aussendung. Besonders lohnend sei das Thema „für Maschinenbauunternehmen, Softwarehäuser und Hersteller von medizinischen Geräten.“ Am 17. Februar findet für Interessenten von 9:00 bis 10:30 Uhr eine detaillierte Präsentation des Forschungsprojekts statt.

Links

red/mich/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 16.02.2021