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21. November 2017

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US-Studie stützt Einsatz von Antipsychotika bei Schizophrenie

US-Studie stützt Einsatz von Antipsychotika bei Schizophrenie© Bilderbox.com

Allein an die 7 Millionen Amerikaner nehmen Antipsychotika. Langfristig lassen sich laut einer Studie keine negativen Auswirkungen nachweisen.

Für Patienten mit Schizophrenie und ähnlichen psychotischen Erkrankungen haben Antipsychotika keine negativen Langzeitwirkungen auf das Gehirn. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Jeffrey Lieberman vom Columbia University College of Physicians and Surgeons.
Fast sieben Millionen US-Amerikaner nehmen derartige Medikamente. Sie werden zur Linderung der Krankheitssymptome und langfristig zur Verhinderung eines Rückfalls verschrieben. In den vergangenen Jahren mehrten sich Bedenken, dass Antipsychotika toxische Auswirkungen haben und den langfristigen Behandlungserfolg gefährden könnten. Eine Folge kann das Verweigern oder Abbrechen einer Behandlung sein.

Kein Beweis für Rückfall
Laut Lieberman profitiert jedoch der Großteil der Schizophrenie-Patienten sowohl zu Beginn der Krankheit als auch langfristig von der Einnahme der Pillen. Mögliche Nebenwirkungen würden bei weitem durch ihren therapeutischen Nutzen aufgewogen. Die analysierten Daten zeigten auch, dass eine Verzögerung oder ein Aussetzen der Behandlung mit schlechteren langfristigen Therapieergebnissen in Zusammenhang steht.
Derzeit gibt es laut Lieberman auch keine Möglichkeit, jene Patienten zu identifizieren, die sich nach einer ersten psychotischen Episode erholt haben und denen es auch ohne Medikamente weiter gut gehen würde. "Dabei handelt es sich um eine sehr kleine Gruppe von Patienten, daher würde ein Vorenthalten der Behandlung für die meisten Betroffenen von Nachteil sein."
Vorklinische Untersuchungen an Ratten haben zwar ergeben, dass Antipsychotika die Dopaminrezeptoren sensibilisieren. Es gibt aber keine Beweise dafür, dass die Einnahme dieser Medikamente das Risiko eines Rückfalls erhöhen kann.

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PressetextAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 02.06.2017