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28. Februar 2021

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Vom Kinderkriegen über Immunzellen bis ins scholastische Tibet

Vom Kinderkriegen über Immunzellen bis ins scholastische Tibet© OeAW

OeAW-Forscher Eva Beaujouan, Christoph Bock, Andrea Cuomo, Pascale Hugon und Nicolas Rivron holen begehrte ERC-Grant-Auszeichnungen. Ihre siegreichen Projekte bedeuten über 10 Mio. Euro für die Österreichische Grundlagenforschung.

(red/mich) ForscherInnen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) können auch bei der jüngsten Vergabe der Forschungspreise des European Research Council (ERC) erfolgreich reüssieren: Mit Eva Beaujouan, Christoph Bock, Andrea Cuomo, Pascale Hugon und Nicolas Rivron erhalten insgesamt fünf Wissenschaftler einen der heuer mit jeweils bis zu 3 Mio. Euro dotierten ERC Consolidator Grants.

Die einzelnen Projekte
Mit den Förderpreisen können die nun ausgezeichneten Forscher ihre Vorhaben entsprechend weiter umsetzen. Dazu gehört der Bereich Stammzelltechnologien im Kontext mit frühesten Entwicklungsschritten eines Organismus sowie Studien zu Fertilität, spätbyzantinischem Griechisch oder zum tibetanischen Buddhismus.

Eva Beaujouan vom Institut für Demographie der ÖAW bzw. Institut für Demografie der Universität Wien wird sich in ihren Forschungen unter dem Titel „Biological, Individual and Contextual Factors of Fertility Recovery“ auf Faktoren konzentrieren, die das Kinderkriegen von Eltern über 30 Jahren in Ländern mit niedrigen Geburtenraten beeinflussen.

Menschliche Immunzellen gegen Tumore und das spätbyzantinische Griechisch
Christoph Bock wird am CeMM – Forschungszentrum für Molekulare Medizin der ÖAW zum Thema „Understanding and exploiting epigenetic regulation in CAR T cell therapy“ forschen. Dabei will er unter anderem herausfinden, wie menschliche Immunzellen gezielt für die Bekämpfung von Tumoren eingesetzt werden können.

Unter dem Titel „The Meaning of Language. Digital Grammar of the Greek Taught at Schools in Late Constantinople“ wird Andrea Cuomo am Institut für Mittelalterforschung der ÖAW das spätbyzantinische Griechisch studieren. Mithilfe modernster, auch digitaler, Methoden will er dabei wesentliche Beiträge zu einem tieferen Verständnis dieser Sprache leisten.

Organisation von Zellen und die tibetische Scholastik
Nicolas Rivron vom IMBA - Institut für Molekulare Biotechnologie der ÖAW geht mit seinem Projekt „A drug discovery platform for early human embryogenesis“ der Frage nach, wie sich Zellen während der Entwicklung selbst organisieren, um einen gesunden Organismus zu formen. Denn Fehler, die in diesen ersten Zyklen der Zellteilung passieren, haben oft schwerwiegende Folgen, wie etwa Fehlgeburten oder chronische Erkrankungen im Erwachsenenalter.

Pascale Hugon, Tibetologin am Institut für Kultur- und Geistesgeschichte Asiens der ÖAW, widmet sich in ihren Forschungen unter dem Titel „The Dawn of Tibetan Buddhist Scholasticism (11th-13th c.)“ der frühen Entwicklung der tibetischen Scholastik. Damit will sie auch dazu beitragen, tibetischen DenkerInnen in der globalen Geistesgeschichte und Philosophie mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Großer Erfolg für die ÖAW
Für die an der ÖAW betriebene Grundlagenforschung stellt die Auszeichnung mit diesen neuen Grants eine der bisher erfolgreichsten Förderrunden dar. Seit Beginn der Vergaben im Jahr 2007 konnten Angaben zufolge insgesamt bereits 56 Grants sowie 5 Proof of Concept Grants durch ForscherInnen der ÖAW eingeworben werden, an weiteren 10 Grants war die Akademie maßgeblich beteiligt.

Mehr als 92 Millionen Euro wurden dadurch an ERC-Förderungen nach Österreich geholt. Bei der Zuerkennung der europäischen Forschungsförderpreise zählt die Akademie zu den erfolgreichsten Forschungseinrichtungen des Landes. Auch erfolgreich ist etwa das ISTA (Institut for Science & Technology Austria) in Klosterneuburg.

Links

red/mich, Economy Ausgabe Webartikel, 10.12.2020