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08. Dezember 2019

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Wie groß ist mein Stress?

Wie groß ist mein Stress?© Bilderbox.com

Donau-Uni Krems entwickelt in Kooperation mit deutschen Universitäten eine App um Stress zu erfassen. „TrackYourStress“ identifiziert Stress-Auslöser und ermöglicht exakte Dokumentation.

(red/mich/cc) Die Smartphone-Applikation „TrackYourStress“ ermöglicht Personen ihren Stress-Level im Alltag zu dokumentieren und das inkludiert auch die Identifikation verschiedener Auslöser und sogenannter Fluktuationen von Stress. Im aktuellen Projekt wurde zudem untersucht, ob die App selbst den Stress-Level verändert und hier zeigen erste Ergebnisse, dass der Stress-Level während der Nutzung nicht ansteigt, außer bei Personen mit einer erhöhten Reaktivität bei Misserfolgen.

Grundsätzlich hängt individueller Stress von der Einschätzung der Relevanz und der potentiellen Gefahr der Situation ab und andererseits von der individuellen Einschätzung der Handbarkeit. Wenn die Situation relevant erscheint, aber die eigene Kapazität unzureichend, um damit umgehen zu können, ist Stress die Konsequenz. Aufgrund Genetik, Erfahrungen, persönlicher Merkmale und weiterer sozialer Faktoren variieren die Schwere sowie Intensität und Häufigkeit des Stress-Levels zwischen Individuen. Wenn Stress dauerhaft anhält, kann dies etwa das Risiko von mentalen oder somatischen Erkrankungen erhöhen.

Die Zusammenhänge von Stress verstehen
Um die Auslöser von Stress besser verstehen zu können, entwickelten nun Teresa O’Rourke und Thomas Probst vom Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit an der Donau-Universität Krems in Kooperation mit deutschen Universitäten (Anm. etwa Ulm) eine spezielle Smartphone-Applikation. „TrackYourStress“ untersucht insbesondere die Fluktuation des Stress-Levels im Alltag. Personen können dabei anhand einer Skala ihren Stress-Level in unterschiedlichen Situationen angeben.

Untersucht wurde auch ein möglicher Stress-Level durch die Anwendung der Stress-App selbst und das scheint nur bei Personen mit erhöhter Reaktivität bei Misserfolgen der Fall. „Durch die neue App können Personen leichter herausfinden, womit der Stress-Level zusammenhängt und das ist etwa auch für Unternehmen zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen interessant“, so Thomas Probst, der die aktuelle Studie leitet. „Die nächsten Studien werden ‚TrackYourStress‘ mit biologischen Stressmarkern wie Cortisol verbinden“, so Probst.

Links

red/mich/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 15.11.2019