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01. Juni 2020

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Wirtschaftsorientierte Forschung zu Eisen und Phosphaten

Wirtschaftsorientierte Forschung zu Eisen und Phosphaten© pexels.com/pixabay

Med Uni Innsbruck eröffnet neues Christian Doppler Labor zum Thema Eisen- und Phosphatbiologie. Schwerpunkte der angewandten Forschungen im Bereich Eisenmangel, Phosphatspiegel und neue Behandlungsformen mit intravenösem Eisen.

(red/mich) In Innsbruck wurde an der dortigen Medizinischen Universität das „CD-Labor für Eisen- und Phosphatbiologie“ eröffnet. Die Med Uni konnte damit bereits das siebente Christian Doppler (CD)-Labor einwerben. Inhaltliche Schwerpunkte der CD-typisch angewandt wirtschaftsorientierten Forschungen liegen beim Zusammenhang von Eisenmangel, der Behandlung mit intravenösem Eisen und der bei bestimmten Präparaten daraus resultierenden unerwünschten Senkung des Phosphatspiegels. Heinz Zoller, Gastroenterologe und Hepatologe leitet das neue Labor, das in den kommenden sieben Jahren mit rund 800.000 Euro gefördert wird, davon 400.000 von der öffentlichen Hand.

Exzellent und anwendungsorientiert
Grundsätzlich sind CD-Labors Stätten herausragender Forschung, deren Einrichtung grundsätzlich an zwei Voraussetzungen geknüpft ist: Einerseits muss der konkrete Bedarf eines Unternehmens an Wissen aus der anwendungsorientierten Grundlagenforschung bestehen, andererseits braucht es die Bereitschaft von Wissenschaftlern, sich diesem unternehmerischen Bedarf langfristig zu öffnen. Die Laufzeit eines CD-Labor-Projektes beträgt sieben Jahre.

Im Fokus des neuen CD-Labors für Eisen- und Phosphatbiologie steht der Zusammenhang von Eisenmangel, Behandlung mit intravenösen Eisenpräparaten und Phosphatspiegel. Eine durch die Gabe von bestimmten Eisenpräparaten bedingte unerwünschte Absenkung des Phosphatspiegels ist mit schwerwiegenden Folgen wie Muskelschwäche und Knochendegenerationen verbunden. Ein besseres Verständnis des zugrundeliegenden Mechanismus ist etwa ein Ziel des neuen CD-Labors.

CD-Programmlinie als internationales Best-Practice-Modell
Gemeinsam mit dem Industriepartner Pharmacosmos A/S sollen nun potenzielle neuartige Wirkstoffe für seltene Stoffwechselerkrankungen, für die Knochengesundheit und gegen Knochenmetastasen identifiziert werden. „Mittels detaillierter molekularer Studien wollen wir die Regulation, die Spaltung und bestimmte Rezeptorbindungen untersuchen“, erklärt Heinz Zoller, designierter Leiter des neuen CD-Labors.

Die Christian Doppler Labors werden von der öffentlichen Hand und den beteiligten Unternehmen gemeinsam finanziert. Das kooperative Forschungsmodell gilt auch international als Vorzeigeprojekt. Wichtigster öffentlicher Fördergeber ist das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaft (BMDW). „Mehr Grundlagenwissen aus dem CD-Labor kann entscheidende Fortschritte bringen. Davon profitieren vor allem die Patienten, aber auch unsere Unis sowie der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Österreich insgesamt“, betont Margarete Schramböck, Wirtschaftsministerin.

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red/mich, Economy Ausgabe Webartikel, 06.03.2020