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21. Juli 2017

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Acht von zehn stehen hinter der Demokratie

Acht von zehn stehen hinter der Demokratie© piqs.de/ Björn Freiberg

Trotzdem können sich 43 Prozent aller Österreicher für den „starken Mann“ erwärmen.

SORA und der Verein zur wissenschaftlichen Aufarbeitung von Zeitgeschichte haben eine Befragung zum NS-Geschichtsbewusstsein und zu autoritären Einstellungen in Österreich durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen eine signifikante Zunahme von autoritären Einstellungen in den vergangenen zehn Jahren. Das Verhältnis zum Nationalsozialismus ist abgeklärter geworden: 72 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges denkt rund die Hälfte der Bevölkerung, dass der Nationalsozialismus Österreich nur oder großteils Schlechtes gebracht hat. Rund ein Drittel sieht sowohl Gutes als auch Schlechtes im Nationalsozialismus.

Pro Demokratie
Für 78 Prozent ist die Demokratie – trotz aller Probleme – die beste Regierungsform. Obwohl die Demokratie damit eine überwältigende Mehrheit hinter sich hat, hat sie in den vergangenen zehn Jahren leicht an Zustimmung verloren. Waren 2007 noch 44 Prozent der Menschen mit dem Funktionieren der Demokratie in Österreich im Großen und Ganzen zufrieden, gilt dies aktuell nur noch für 32 Prozent. Ein Grund hierfür besteht darin, dass auch immer mehr Menschen denken, keinen Einfluss darauf zu haben, was die Regierung macht (aktuell 52 Prozent im Vergleich zu 42 im Jahr 2007).

Unsicherheit und Ohnmacht
Die sinkende Zufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie hängt auch mit dem seit 2007 angestiegenen Gefühl von Unsicherheit zusammen: Die Frage „alles ist heute so in Unordnung geraten, dass niemand mehr weiß, wo man eigentlich steht“ erhielt 2007 32 Prozent Zustimmung, 2017 schon 41 Prozent. Dieses Gefühl von Ohnmacht äußern Menschen mit geringerer formaler Bildung und ältere Menschen besonders häufig.

Vier von zehn für „starken Mann“
Das Konzept des „starken Mannes“ an der Spitze Österreichs ist für 43 Prozent der Befragten attraktiv. 23 Prozent stimmen darüber hinaus der Aussage zu, man „sollte einen starken Führer haben, der sich nicht um ein Parlament und Wahlen kümmern muss.“ In der genaueren Analyse zeigen sich bei rund 10 Prozent der Menschen durchgängig autoritäre oder antidemokratische Einstellungsmuster.
Der Großteil jener Menschen, die sich einen „starken Mann“ an der Spitze Österreichs vorstellen können, sind Menschen mit hoher Unsicherheit und Menschen, die mit dem aktuellen Funktionieren der Demokratie in Österreich nicht zufrieden sind. Unter diesen beiden Gruppen befinden sich besonders viele PflichtschulabsolventInnen, ArbeiterInnen und Menschen mit mittleren Einkommen.

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red/stem/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 03.05.2017