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28. Juni 2017

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Beim Online-Dating zählen Ideale wenig

Beim Online-Dating zählen Ideale wenig© piqs.de/bigpixel

Die meisten Nutzer von Online-Dating-Portalen kontaktieren Menschen, deren Eigenschaften sich nicht mit der persönlichen Wunschliste decken.

Menschen, die online nach einem Partner suchen, werfen Idealvorstellungen sehr schnell wieder über Bord. So kontaktieren die meisten Nutzer von Online-Dating-Portalen Menschen, deren Eigenschaften nicht mit ihrer persönlichen Wunschliste übereinstimmen. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Queensland University of Technology gemeinsam mit Kollegen des Schweizer Center for Research in Economics.

Unwichtige Präferenzen
Viele Plattformen ermöglichen es den Nutzern bereits anzugeben, was sie von ihrem oder ihrer Zukünftigen erwarten. "Eine Präferenz dafür anzugeben, nach was du bei einem Partner suchst, scheint aber wenig bis gar nichts mit den Charaktereigenschaften derjenigen Personen zu tun zu haben, die du dann tatsächlich kontaktierst", erklärt Stephen Whyte, einer der Studienautoren. Das hat er in einer Analyse von knapp 42.000 australischen Dating-Portal-Nutzern herausgefunden, die online über 200.000 Kontakte knüpften.
Whyte selbst findet, dass seine Ergebnisse "sehr ermutigend" für Menschen sind, die online nach einem Partner suchen. Schließlich ist es anscheinend doch nicht so wichtig, dass der Partner dem Traumprinz oder der Traumprinzessin aus der eigenen Fantasie entspricht.
Zwischen den Geschlechtern zeigen sich aber trotzdem einige Unterschiede in Bezug auf die Selektivität: Während junge Männer kaum eine Frau zurückweisen, die nicht ihren Idealen entspricht, sind junge Frauen wählerischer. Bei Personen über 60 Jahren kehrt sich der Effekt aber um: Plötzlich sind es die Männer, die bei der Partnerwahl selektiver vorgehen. Auch beim gewünschten Bildungsniveau ändern sich die Vorstellungen mit steigendem Alter: Ab 40 wird der Wunsch nach Partnern, die ähnlich gut gebildet sind wie man selbst, immer stärker.

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Pressetext Austria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 10.03.2017