Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

26. Juni 2017

Search form

Search form

„Das ist ein abolutes Muss.“

Video: 

(Video/Text) Infrastrukturressort und Umweltressort initieren gemeinsamen Schulterschluss mit Ländern und Industrie für flächendeckende E-Mobilität. Economy sprach mit den Ministern Jörg Leichtfried und Andrä Rupprechter über erste Ergebnisse und weitere Schritte sowie mit Rallye-Fahrer und Unternehmer Manfred Stohl über seinen Wandel vom Benzinbruder zum Strombruder.

Economy: Infrastrukturminister Jörg Leichtfried, eine Fülle an Aktivitäten zum Thema umweltfreundlicher Verkehr, darunter auch massive finanzielle Kaufanreize für E-Fahrzeuge seit März. Wie entwickelt sich das?
Jörg Leichtfried: Das entwickelt sich sehr gut. Wir haben die Zulassungszahlen gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt und sind auf dem richtigen Weg.
E-Mobilität bedeutet umweltfreundlicher Verkehr, natürlich nicht nur auf der Strasse, sondern auch auf der Schiene als zentralen Träger und das ist die Richtung wo wir hin müssen.

Lässt sich das ungefähr aufteilen, private Nutzung und gewerbliche Nutzung von Betrieben?
Ich denke es ist relativ ausbalanciert, es bietet für Private entsprechende Vorteile und es bietet für Unternehmen Vorteile.
Wichtig ist, dass wir vom PKW-Bereich aus weiter denken auch in Richtung E-Mobilität im LKW-Bereich. Hier gibt es bereits die erste Serienproduktion in Österreich was insbesondere für Zustellung und Distribution im innerstädtischen Bereich interessant sein wird.
Aber nicht nur dafür, auch für Müllabfuhr, Feuerwehr und ähnliches sind diese Fahrzeuge ideal, das wäre jetzt der nächste Schritt.

Zweites Thema, autonomes Fahren. Es hat im Dezember erste praktische Versuche in der Steiermark gegeben. Wie sind hier weitere Entwicklungen und Pläne?
Auch das läuft plangemäß und gut. Wie erwähnt, haben wir im Dezember erste Tests bewilligt bekommen, nicht nur in der Steiermark, sondern auch in Salzburg und auch das österreichische Bundesheer testet.
Nächster Schritt sind jetzt komplexere Testsituationen wo wir vom reinen Testen auf der Strasse zu sogenannten Test-Laboren gehen und auch das geht gut voran.

Umweltminister Andrä Rupprechter, heutiges Thema umweltfreundlicher Verkehr. Wir haben gehört, Österreich ist mittlerweile bereits EU-weiter Vorreiter. Eine der entscheidenen Fragen dabei die Infrastruktur, Ladestellen. Wie sind hier Entwicklungen und Pläne für eine weitere Ausweitung?

Andrä Rupprechter: Ich bin froh darüber, in diesem Jahr gemeinsam mit Jörg Leichtfried ein gemeinsames Paket für E-Mobilität umsetzen zu können, das auch gut angenommen wird. Wir haben seit 1. März dieses Förderprogramm für zwei Jahre aufgesetzt mit 72 Mio. Euro gemeinsam auch mit dem Automobilhandel, was uns sehr wichtig war.
Ein wichtiger Schwerpunkt ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur, hier wird der Ausbau je nach Kategorie wie etwa einfache Ladestellen oder Schnell-Ladestellen unterschiedlich stark gefördert.
Das ist ein abolutes Muss um eben attraktiv und praktikabel die Versorgung mit entsprechenden Netzstellen sicher zu stellen. Entlang der großen Autostrecken, beispielsweise über die Westroute und hier die Ladung durchgehend und in einem vernünftigen Zeitraum zu ermöglichen.
Deswegen investieren wir und unser Förderpaket ist breit aufgestellt, sowohl die generelle Ladeinfrastruktur aber auch gezielt für Private und Betriebe mit einem entsprechenden Förderbetrag.

Die neue Initiative beinhaltet einen Schulterschluss von Politik und Industrie. Verkehr ist ein Landesthema bis runter zu den Gemeinden, gibt es hier Pläne auch die Länder und Kommunen verstärkt mit an Bord zu holen?
Absolut. Zunächst einmal, dass sich die großen Energieversorgungsunternehmen zusammen getan haben um hier eine einheitliche Karte anzubieten um das eben praktikabler zu machen und nicht sechs verschiedene Karten von unterschiedlichen Anbietern nutzen zu müssen.
Dass es jetzt nur eine Plattform gibt ist ein wichtiger Meilenstein und wir haben das Projekt und Förderpaket so aufgesetzt, dass sich von Bund über die Länder auch Gemeinden beteiligen können.
Das wird etwa schon in Niederösterreich praktiziert und ich bin zuversichtlich, dass hier auch noch weitere Bundesländer mitziehen werden. Ich war gerade in Bregenz bei der Tagung der Klimaschutzreferenten der Bundesländer und auch hier gibt es ein starkes Bekenntnis die E-Mobilität voranzubringen, mit der Zielsetzung, dass wir auch im Verkehrsbereich unsere Klimaziele erreichen können.

Economy: Manfred Stohl, bekannt als Rallye-Fahrer, mittlerweile auch Firmeninhaber und Gründer. Es geht um die Stohl-Group und hier gibt es ein Teilunternehmen namens „Stard“, tätig im Automotive-Bereich.
Heutiges Thema war E-Mobility, umweltfrendlicher Verkehr. Sie haben uns Ihr privates Nutzungsverhalten erzählt. Welche Punkte sind aus Ihrer Sicht für eine raschere Durchdringung von E-Mobilität nötig?

Manfred Stohl: Die Infrastruktur ist sicher ein entscheidendes Thema. Und wenn die Stückzahlen der Autos dann eine interessante Menge erreicht, dann werden auch die großen Hersteller viel günstigere Autos anbieten können und dann wird es sehr schnell gehen.

(Anm. der Redaktion: Ein Bericht zur technischen Basis mit allen Parametern zu den Nutzungsmöglichkeiten für die neue Plattform ÖHUB des Berliner Unternehmens Hubject erscheint am Di, den 24.03.17)

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 24.03.2017