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24. November 2020

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Demokratie und Demonstrationen

Demokratie und Demonstrationen© Pexels.com/Markus Spiske

Die fünfte Welle der Demokratieradar-Studien der Donau-Uni Krems legt ihren Schwerpunkt auf das Thema politische Partizipation. Im Vergleich zeigt sich eine stärkere Teilnahme junger Menschen an Demonstrationen.

(red/mich/cc) Die von der Donau-Universität Krems halbjährlich durchgeführte Studie „Demokratieradar“ bescheinigt der österreichischen Bevölkerung auch während Corona große Zufriedenheit mit der Demokratie. Bei der aktuell fünften Befragungswelle wurde speziell auf die politische Partizipation eingegangen und wie diese etwa mit Alter und Einkommen korreliert. Auffallend ist die verstärkte Teilnahme junger Menschen an Demonstrationen.

Hohe Demokratiezufriedenheit
Die Demokratiezufriedenheit in Österreich scheint sich durch die Corona-Pandemie zumindest vorerst nicht negativ verändert zu haben. In der fünften Welle des Demokratieradars stimmten 90 Prozent sehr oder eher zu, dass die Demokratie trotz Problemen die beste Regierungsform sei. Dieser Wert hat sich seit Beginn des Projektes 2018 kaum verändert. Für 15 Prozent der Befragten funktioniert die heimische Demokratie sehr gut, für weitere 64 Prozent eher gut. Die Befragungen für die Studie fanden zwischen Mai und Anfang Juli 2020 telefonisch und online statt.

Mehr Teilnahme an Demonstrationen
Die aktuelle Welle des Demokratieradars hat sich speziell mit dem Thema politische Beteiligung auseinandergesetzt. Dabei zeigt sich, dass, rückblickend vor allem auf 2019 bezogen, mehr Menschen bei Demonstrationen waren als noch 2017 und 2018. Insbesondere junge Befragte berichteten doppelt so oft, in den vergangenen zwölf Monaten bei einer Kundgebung gewesen zu sein. Hier dürfte die Fridays for Future-Bewegung Niederschlag gefunden haben. So betrug der Anteil bei den unter 30-Jährigen 27 Prozent. Der Vergleichswert in der gesamten Studie lag bei zwölf Prozent.

Wirtschaftliche Lage für politische Beteiligung wichtig
Auf welche Art und Weise Menschen konkret an Politik teilnehmen, schwankt naturgemäß zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Während etwa Personen gehobenen Alters stärker in Organisationen mitwirken, sind Personen unter 30 online deutlich aktiver. Ein Ergebnis zieht sich allerdings quer durch die gesamte Erhebung: Personen, die weniger Geld zum Leben haben, beteiligen sich weniger an Politik – oder können die vorhandenen Möglichkeiten schlicht nicht so nutzen wie Menschen, denen es wirtschaftlich besser geht.

Demokratieradar
Das Demokratieradar ist eine halbjährliche Studie der Donau-Universität Krems und der Universität Graz, die in Kooperation mit Forum Morgen durchgeführt wird. Sie basiert auf einer Umfrage unter rund 4.500 Personen ab 14 Jahren in Österreich. Das Demokratieradar ist Teil des Austrian Democracy Lab (ADL), das seit Anfang 2018 den Zustand der Demokratie in Österreich analysiert und Vorschläge zu ihrer Weiterentwicklung ausarbeitet.

Links

red/mich/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 05.10.2020