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22. August 2017

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In der Krebsforschung müssen Private einspringen

In der Krebsforschung müssen Private einspringen(C) RTaustria

Die öffentliche Hand ist überfordert, Pharmakonzerne forschen produktorientiert. Private Non-Profit-Organisationen müssen die Lücke schließen.

Jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Die Heilungschancen stehen gut, die Mittel für die diesbezügliche Forschung werden aber immer knapper, warnte der Onkologe Christian Singer bei einer Pressekonferenz in Wien. "Brustkrebsforschung hilft, Leben zu retten" lautet die zentrale Botschaft der neuen multi-medialen Kampagne der Privatstiftung für Brustgesundheit.
Mittlerweile investiert die Non-Profit-Organisation nach eigenen Angaben als einzige im deutschsprachigen Raum alle Gelder zu 100 Prozent in die Forschung. Auch wenn die Verantwortung für Forschungsprojekte oft bei der öffentlichen Hand gesehen werde, könne diese nicht in einem notwendigen Ausmaß investieren, erklärte Singer. Diese Mittel werden im Gegenteil immer weniger, während die Preise für Medikamente und neue Forschungsmethoden drastisch steigen.

5.500 Neuerkrankungen bei Brustkrebs jährlich
0,25 Prozent des BIP werden derzeit vom österreichischen Staat für Forschung und Entwicklung im Gesundheitswesen aufgewendet. Ausgaben für Forschungs- und Entwicklungsarbeit an Universitätskliniken sanken allerdings von 2,8 Prozent 2007 auf 2,3 Prozent 2013. Gleichzeitig stiegen die Kosten überproportional.
5.500 Brustkrebs-Neuerkrankungen werden jährlich verzeichnet, 100.000 leben mit der Krankheit. Die Sterberate nahm in den vergangenen zehn Jahren um ein Fünftel ab. Um diese Zahlen weiter zu senken, müssten private Institutionen einspringen, vor allem um notwendige unabhängige Basisforschung aufrecht zu erhalten, appellierten Singer und die betroffene Künstlerin Barbara Wallner. Forschung, die ausschließlich von Pharmaunternehmen finanziert wird, sei produktorientiert und keine unabhängige Basisforschung. Um Krebs in seiner Komplexität zu erfassen, sei diese aber dringend nötig.

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APA-Science/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 02.03.2017