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29. März 2017

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„Die geschwungene Linie des Egon Schiele“

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(Video/Text; Wien) Alfred Kornberger ist einer der wichtigsten expressiven Koloristen in der Zeitgenössischen Malerei und wird ob seiner zeichnerischen Qualität immer wieder mit Egon Schiele verglichen. Im Auktionshaus Im Kinsky wird nun ein Teil seines Nachlasses versteigert als Basis für die Aufarbeitung des umfangreichen grafischen Werkes und die weitere internationale Etablierung über die neue Alfred Kornberger Foundation.

Alfred Kornberger ist unbestritten einer der großen Koloristen in der zeitgenössischen Kunst nach 1945. Farbe und expressive Gestik sind für den 1933 in Wien geborenen Meisterschüler von Robin Christian Andersen die wichtigsten Aussagefaktoren in einem Bild und dies betrifft die dramaturgische Komponente genauso wie ihren symbolischen Aussagewert. Wie bei kaum einem anderen seiner Zeitgenossen ist das reife Werk des Malers vom Motiv des Frauenkörpers dominiert.

Bestandteil vieler musealer Sammlungen
Die geradezu obsessive Beschäftigung mit dieser Thematik und seine zeichnerische Qualität erinnert an Egon Schiele mit dem ihn etwa der große Sammler Rudolf Leopold immer wieder verglichen hat. „Rudolf Leopold war begeistert von Alfred Kornbergers Arbeiten und hat viele Bilder für seine private Sammlung erworben“, so Franz Smola, Autor des Kornberger-Werkverzeichnisses und Kurator im Leopold-Museum bei der Vernissage zur aktuellen Kinsky-Auktion. Werke von Kornberger sind auch im Belvedere, in der Albertina oder in der Sammlung der Stadt Wien zu finden.
„Ähnlich wie Schiele variiert auch Kornberger den weiblichen Akt aus dem Blickwinkel des männlichen Voyeurs. Stets spielt die Erotik des Begehrens eine zentrale Rolle. Kornberger präsentiert die Frau in kühnen, ekstatischen Verrenkungen und in sinnlicher Ausgelassenheit“, erläutert Smola im Werkverzeichnis. Kornberger kreiert seine eigenen anatomischen Vorstellungen, wo Brüste nicht horizontal, sondern vertikal erscheinen, wo Köpfe und Arme verschwinden, und Körper in schillernde Farbkaleidoskope getaucht werden.

Die Förderer Viktor Matejka, Dieter Schrage und Heinz Fischer
Diese kühne, sich über alle Konventionen hinwegsetzende Malweise entspricht der von Kornberger selbst geforderten „Sichtbarmachung“ der projizierten Idee in das Erlebnis des Künstlers. „Mir geht es um die Ergründung des weiblichen Körpers im Augenblick des Malens, um den erotischen Moment, der sich auf den Zeichenstift überträgt“, so Kornberger 1990 in seiner ersten Monografie. In seinen Bildern teilt der Künstler mit, was ihm in diesen erotischen Phantasien vor Augen schwebt: die Reduktion der Aktmodelle auf große runde Brüste und füllige Schenkel.
Alfred Kornberger verstarb 2002 und 2016 folgte ihm seine Frau Nevenka. Kornberger war eine eigenwillige Persönlichkeit, die sich nicht den Konventionen des Kunstbetriebes mit seinen üblichen Selbstdarstellungen unterwarf. Kornbergers Lebens- und Arbeitszentrum war sein großes Atelier wo er sich über regelmäßige Künstlerfeste und Ausstellungen erfolgreich selbst vermarktete und ein anerkanntes Mitglied der Wiener Gesellschaft war. Robin Christian Andersen, Viktor Matejka, Dieter Schrage und Heinz Fischer waren seine wichtigsten Förderer, Manfred Mauthner-Markhof und Heinz Schimanko waren seine wichtigsten Unterstützer.

Nachlass regelt weitere Aufarbeitung und internationale Etablierung
Als konsequente Fortsetzung dieser individuellen Haltung regelt der Nachlass nun die Gründung der Alfred Kornberger Foundation und damit die weitere Aufarbeitung und Etablierung des in Summe rund 4.000 Werke umfassenden Œvres. Nach der 2007 erfolgten Aufarbeitung der rund 1.500 Malarbeiten mit Publikation des kompletten Werkverzeichnisses, folgte 2013 anlässlich des 80. Geburtstages die erste umfassende museale Retrospektive der Ölgemälde im Wiener Künstlerhaus sowie das elektronische Werkverzeichnis der Ölbilder und 2014 die erste retrospektive Monografie der wichtigsten grafischen Zyklen.
Die Aufarbeitung des grafischen Œvres sowie die weitere internationale Etablierung dieses österreichischen Ausnahmekünstlers stehen nun auch im Mittelpunkt der weiteren Aktivitäten. Gleich den Ölmalereien, folgt aktuell die Aufarbeitung der Papierarbeiten. Die Startbasis für all das ist die aktuelle Nachlass-Auktion Im Kinsky wo die Familie 90 ausgewählte Malereien und Papierarbeiten mit Kornbergers typischen Aktmotiven zur Verfügung gestellt hat.

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red/cc, Economy Ausgabe Webausgabe, 28.02.2017