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26. Juni 2017

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„E-Mobilität muss alltagstauglich und leistbar sein.“

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(Video/Text) Neue Plattform für flächendeckende E-Mobilitätsversorgung nach Schulterschluss von Infrastrukturministerium, Umweltministerium, Klimafond, Länderversorger und Automobilwirtschaft.

Jörg Leichtfried für das Infrastrukturressort und Andrä Rupprechter für das Umweltministerium verstärken gemeinsam mit allen Landesenergieversorgern und der Automobilwirtschaft die umweltfreundliche Verkehrsinfrastruktur. Ab April kann mit nur einer Karte österreichweit Strom getankt werden und bis Ende des Jahres sollen die aktuell 1.300 auf mindestens 2.000 E-Ladestationen erweitert sein. Beide Ressorts stellen 72 Mio. Euro für den Ausbau der E-Mobilität bereit, Österreich nimmt damit auch eine EU-weite Vorreiterrolle ein.

Elf Energieversorger verbinden ab nun über die Plattform ÖHUB ihre E-Ladestationen und stellen damit per April das größte Ladenetz Österreichs bereit. Kunden können dann an 1.300 E-Tankstellen in ganz Österreich mit nur einer Ladekarte, einer Smartphone-App oder per Kreditkarte Strom tanken und bezahlen. Bis Ende des Jahres wird das Netz auf 2.000 Ladepunkte erweitert. In den kommenden Monaten werden die E-Tankstellen zusätzlich mit anderen roamingfähigen Ladenetzen in Europa verbunden.

Österreich wird elektromobilfit
 „E-Mobilität muss alltagstauglich, zuverlässig und leistbar sein, dann wird sie auch angenommen. Ein flächendeckendes Ladenetz ist hier entscheidend: Die Fahrer müssen sich darauf verlassen können, dass eine E-Tankstelle in der Nähe ist, wenn sie eine brauchen. Unser Ziel ist, dass bis 2020 österreichweit rund 5.000 E-Ladepunkte verfügbar sind“, erläutert Verkehrsminister Jörg Leichtfried.
„Seit 10 Jahren fördert mein Ressort die E-Mobilität und hat damit den Boden für die Zukunft gut aufbereitet. Mit über 25 Mio Euro haben wir rund 17.900 E-Fahrzeuge und 1.380 Ladestationen unterstützt. Die neue Initiative legt nun die Basis für eine österreichweit interoperabel nutzbare Ladeinfrastruktur und unterstützt unser neues E-Mobilitätspaket optimal“, betont Umweltminister Andrä Rupprechter.

„Mit dieser Initiative verbinden wir die Ladestationen unserer Mitglieder in allen Bundesländern“, ergänzt Jürgen Halasz, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Elektromobilität Österreich (BEÖ) der Projekt und Plattform federführend betreut. Beteiligt sind an dem österreichweiten Ladenetz die Energie AG Oberösterreich, Energieversorgung Niederösterreich (EVN), Energie Steiermark, Energie Wärme und Service Burgenland, Energie Graz, Innsbrucker Kommunalbetriebe, KELAG, Linz AG, Salzburg AG, Vorarlberger Kraftwerke und Wien Energie.

Modelregionen Elektromobilität des Klima- und Energiefonds als Nukleus
Das Lade- und Verrechnungssystem entstand aus einem vom Klima- und Energiefonds gemeinsam mit dem Umweltministerium geförderten Programm „Modellregionen Elektromobilität“. Kunden können dabei einen Vertrag abschließen, aber auch spontan die Ladestationen nutzen. „Das Ziel der sieben Modellregionen war, unterschiedliche Systeme der E-Mobilität zu testen und eine solide Basis für die breite Ausrollung zu schaffen“, erklärt Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds. „Alltagstauglichkeit und Kundenfreundlichkeit sind für die Akzeptanz von E-Mobilität entscheidend. Dank der neuen Plattform ÖHUB ist hier wirklich ein Durchbruch gelungen“, freut sich Höbarth. Das vom Klima- und Energiefonds und dem Umweltministerium mit 120.000 Euro unterstützte Projekt entstand in Kooperation mit der Hubject E-Roaming-Plattform.

Um den Boom in der Elektromobilität weiter voranzutreiben, haben Umwelt- und Verkehrsministerium das E-Mobilitätspaket in der Höhe von 72 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Damit können bis 2018 rund 16.000 E-Autos zusätzlich auf Österreichs Straßen unterwegs sein. Der Kauf von E-Autos und Plug-in-Hybriden wird dabei seit März mit bis zu 4.000 Euro gefördert. Zusätzlich unterstützen die Ministerien den Ausbau der Ladestationen. Die Errichtung einer öffentlich zugänglichen E-Tankstelle wird mit bis zu 10.000 Euro gefördert. Im privaten Bereich unterstützen Umwelt- und Verkehrsministerium die Anschaffung einer „Wallbox“-Ladestation oder eines intelligenten Ladekabels mit 200 Euro.

(Anm. der Redaktion: Ein Bericht zur technischen Basis mit allen Parametern zu den Nutzungsmöglichkeiten für die neue Plattform ÖHUB des Berliner Unternehmens Hubject erscheint am Di, den 24.03.17)

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 24.03.2017