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29. März 2017

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Eine zweite Chance und mehr Härte

Eine zweite Chance und mehr Härte© piqs.de/bjoern freiberg

Der KSV1870 legt mit dem Fairness-Konzept seine Ideen zur geplanten Änderung des Privatkonkurses vor.

Derzeit leisten Schuldner im Privatkonkurs jährlich Zahlungen von etwa 180 Millionen Euro. Es sei nicht fair, dass die Konsumschulden einiger an die Solidargemeinschaft aller ausgelagert werden, heißt es in einer Aussendung des KSV1870. Daher wurde das Fairness-Konzept erarbeitet, das eine ausgleichende Lösung für alle Beteiligten beinhaltet.
Im Rahmen des Privatkonkurses können sich derzeit 87 Prozent der Schuldner auch gegen der Willen der Gläubiger restlos entschulden. Bei einer durchschnittlichen Pro-Kopf-Verschuldung von 58.500 Euro könnte eine monatliche Rückzahlung von nur 60 Euro aber bereits ausreichend sein. Der KSV sieht hier keine unüberwindliche Hürde. KSV1870-Experte Hans-Georg Kantner meint: „Die 60 Euro pro Monat entsprechen 12 Schachteln Zigaretten, das ist ein Betrag, der für jeden leistbar ist und der Bevölkerung deutlich signalisiert: Die Verschuldung wird von jenem abgetragen, der sie verursacht hat; und die Kombination aus Schuldenmachen und Nicht-Bezahlen wird von der Rechtsordnung nicht gefördert oder gar belohnt!“
Was viele, die für eine rasche und einfache Entschuldung von Konsumschuldnern eintreten, nicht bedenken: Den Ausfall trägt die Gemeinschaft der guten Zahler. Wird diese überstrapaziert, würde am Solidaritätsprinzip gerüttelt. Ricardo-José Vybiral, Vorstand der KSV1870 Holding, skizziert die Problematik: „Wir sind unbedingt dafür, dass einmal gescheiterte Unternehmer einen zweiten Anlauf verdienen – in vielen Fällen zeigt sich auch, dass sie diesen gut nutzen können. Wer jedoch Schulden für Konsum anhäuft, sollte diese auch nach eigenen Möglichkeiten glätten. Das entspricht der allgemeinen Vorstellung von Fairness.“

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red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 16.03.2017