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23. September 2017

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EPU-lastiges Kunsthandwerk

EPU-lastiges Kunsthandwerk© Bilderbox.com

Zunehmende Zahl der Einzelunternehmer sind laut niederösterreichischem Innungsmeister gutes Zeichen.

Die Zahl der Ein-Personen-Unternehmen (EPU) steigt auch in der Branche der Kunsthandwerker. Lag in Niederösterreich die Zahl der EPU in dieser Fachgruppe im Jahr 2015 bei 935, waren es im Vorjahr schon 1.048. Dieser Trend wird sich laut Landesinnungsmeister Johann Figl fortsetzen.
„Es gibt immer mehr Leute“, sagt er, „die sich selbst verwirklichen möchten und in die Selbständigkeit gehen. Hier verzeichnen wir vor allem bei den Erzeugern von kunsthandwerklichen Gegenständen eine starke Zunahme.“ Aber auch bei den Goldschmieden, Uhrmachern, Buchbindern sowie Musikinstrumentenerzeugern seien viele EPU aktiv. „Ich sehe diese Entwicklung positiv. Denn man sieht, dass Leute selbstbestimmt leben wollen und ihre Kreativität sowie auch ihre Ideen umsetzen können.“

Vermarktungsprobleme
Als Wermutstropfen der Branche bezeichnet er die Probleme, die manche EPU mit der Vermarktung haben. „Kreativ sein und Ideen haben, ist eine Sache, sich damit erfolgreich präsentieren, eine andere.“ Daher seien Innung und Wirtschaftskammer bemüht, ihren Mitgliedern die Wichtigkeit des eigenen Webauftritts mit speziellen Schulungen näher zu bringen. Der Großteil der Kunden erkundige sich zunächst im Internet, bevor er sich zu einem Kauf entschließe. Deshalb sei es in dieser Branche auch für einen Kleinstbetrieb unerlässlich, eine Webseite zu haben und damit auf sich aufmerksam zu machen.
Überzeugt ist der Innungsmeister davon, dass das Kunsthandwerk auf eine offene Kundeninformation angewiesen ist. „Man bekommt einen Einblick in die Arbeit des jeweiligen Betriebes“, sagt er, „sieht, wie ein Produkt entsteht, wie viele Arbeitsschritte von nöten sind, so dass man dann auch eher den Preis nachvollziehen kann.“

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NOe-Wirtschaftspressedienst/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 08.06.2017