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17. Dezember 2017

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Fake-News zu Dumpingpreisen

Fake-News zu Dumpingpreisen© piqs.de/epsos

Studie zeigt: Einjährige Kampagne zur Beeinflussung von Wahlen kostet nur 400.000 US-Dollar, die Diskreditierung von Journalisten 55.000 Dollar.

Eine Untersuchung von Trend Micro aus dem letzten Sommer zeichnet erstmals minuziös nach, wie öffentliche Meinung durch Fake News beeinflusst wird. Zunächst werden Zielgruppen ausgekundschaftet, an die gefälschte Meldungen verbreitet werden. Ist das passiert und war die Zielgruppe richtig definiert, verbreitet sich die Falschnachricht fast von allein in sozialen Medien weiter. Auf dieser Stufe muss allerdings immer noch durch weitere Eingriffe dafür gesorgt werden, dass das Interesse an der Meldung erhalten bleibt.

Manipulation leichter denn je
„Wir haben auch untersucht, wie ein Ökosystem im Untergrund Fake News produziert, sie auf dem Schwarzmarkt anbietet und dort zu Geld macht“, fasst Bharat Mistry, Principal Security Strategist bei Trend Micro, den Inhalt der Studie zusammen und fügt hinzu: „Seitdem Fake News als Dienstleistung angeboten werden, ist es einfacher als je zuvor, soziale Netzwerke und andere Online-Plattformen zu manipulieren und so die öffentliche Meinung zu beeinflussen.“
Die Kosten, die dem Auftraggeber dabei erwachsen, sind erstaunlich gering. Eine zwölfmonatige Kampagne zur Beeinflussung einer Wahl wird nach Angaben der Studie bereits ab 400.000 US-Dollar angeboten, 200.000 Dollar kostet eine Kampagne, die öffentliche Proteste auslösen soll, die Diskreditierung eines Journalisten kann für 55.000 Dollar bestellt werden und das Erschaffen einer prominenten Kunstfigur mit 300.000 Followern ist bereits für 2.600 Dollar zu haben.

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red, Economy Ausgabe Webartikel, 03.11.2017