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29. Juni 2017

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Heikle biologische Uhren

Heikle biologische Uhren© Bilderbox.com

Ein späterer Unterrichtsbeginn würde müden Teens nicht helfen. Eine andere Nutzung von Licht dagegen schon.

Den Schlafmangel bei britischen Jugendlichen würde auch ein späterer Unterrichtsbeginn sehr wahrscheinlich nicht verringern. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der University of Surrey und der Harvard Medical School in ihrer aktuellen Studie. Mathematiker und Schlafforscher sagen in "Scientific Reports" voraus, dass weniger Beleuchtung am Abend viel mehr bringen würde.
Teenager gehen gerne spät schlafen und haben dann in der Früh Probleme, rechtzeitig für die Schule aus dem Bett zu kommen. Die Verschiebung ihrer inneren Uhr wird allgemein als Erklärung für dieses Phänomen herangezogen. Daher wurde auch vorgeschlagen, dass ihr Unterricht ganz einfach später anfangen sollte.

Empfindlich
Für die Studie wurde ein mathematisches Modell zur Vorhersage der Folgen eines späteren Schulbeginns verwendet, das berücksichtigt, ob Personen normalerweise eher ein Morgen- oder ein Abendmensch sind, welche Auswirkungen natürliches und künstliches Licht auf die innere Uhr haben und zu welchem Zeitpunkt der Wecker normalerweise klingelt.
Das Modell zeigt, dass ein späterer Schulbeginn den Schlafmangel nicht zum Verschwinden bringen würde. Das spätere Aufstehen ist eine Folge davon, dass das Licht bis spät in der Nacht brennt. Damit verschiebt sich die biologische Uhr und es wird schwer, in der Frühe aufzustehen. Laut den Experten reagieren die biologischen Uhren Heranwachsender besonders empfindlich auf die Nutzung von Licht.
Eine sinnvolle Alternative zum späteren Unterrichtsbeginn in Großbritannien wäre also ein anderer Umgang mit Licht - viel helles Licht während des Tages, ein Dämmen am Abend und ein Ausschalten in der Nacht.

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PressetxtAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 05.05.2017