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21. September 2017

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Herbstferien: Neuer Vorstoß

Herbstferien: Neuer Vorstoß© Bilderbox.com

Die ÖVP will nun schulautonome Tage in Herbstferien umwandeln, neun Wochen Sommerferien sollen bleiben.

Die ÖVP will bundesweit einheitliche Herbstferien zwischen 26. Oktober und 2. November. Dafür soll die Zahl der schulautonomen Tage reduziert werden. Die Sommerferien sollen weiter neun Wochen dauern. Ein Gesetzesentwurf wurde dem Bildungsressort schon übermittelt, so Familienministerin Sophie Karmasin.
Der Herbst sei eine anstrengende Zeit ohne Pause für die Schüler, die zu Überforderung bis hin zu Burnout führen könne, verwies Karmasin auf Erkenntnisse der Bildungspsychologin Christiane Spiel. Zwei beziehungsweise einen Tag an Pflichtschulen können die Standorte weiterhin autonom bestimmen, die Gesamtdauer der Ferien über das Jahr bleibt bei dem Vorschlag unverändert.

Großes Organisationsproblem
Erst im vergangenen Sommer hatte Karmasin für die Verschiebung von einer Woche Sommerferien in den Herbst plädiert. Davon ist sie allerdings abgegangen, nachdem sich die schulautonomen Tage als großes Organisationsproblem herausgestellt hätten. Bei mehreren Kindern in unterschiedlichen Schulstufen oder -formen müssten Eltern teilweise zwei Mal Betreuung organisieren. Karmasin sieht die ÖVP-Pläne auch durch eine Umfrage gestützt: Demnach empfinden 80 Prozent der Schüler und 66 Prozent der Eltern die Herbstzeit als sehr anstrengend, ebenso groß sei die Zustimmung zu Herbstferien.
Der Gesetzesentwurf soll nun mit dem Koalitionspartner SPÖ verhandelt werden. Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) will sich bei der Zukunft der schulautonomen Tage nach den Wünschen der Schulpartner richten. Bei der Vorbereitung des Schulautonomiepakets hätten sich Schüler, Eltern und Lehrer zuletzt gegen Änderungen ausgesprochen. Die Pflichtschul-Elternvertreter haben auf ihre seit 2010 unveränderte Position verwiesen, dass Herbstferien nur im Rahmen einer generellen Neuorganisation des Schuljahres sinnvoll wären.

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APA-Science/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 05.05.2017