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22. August 2017

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Hohe Suizidgefahr in der Medienbranche

Hohe Suizidgefahr in der Medienbranche© piqs.de/chris willis

Besonders Frauen, die in der britischen Medienszene arbeiten, haben ein sehr hohes Selbsttötungsrisiko.

Im Mediensektor in Großbritannien arbeitende Frauen weisen in der britischen Bevölkerung das höchste Suizidrisiko auf. Das zeigt eine Forschungsarbeit von Public Health England. Für ihre Analyse haben die Forscher offiziell registrierte Fälle zwischen 2011 und 2015 untersucht.
Im Zuge der Analyse wurden ausschließlich Todesfälle zwischen dem 20. und 64. Lebensjahr beleuchtet. Daraus geht hervor, dass Frauen, die in der Kultur-, Medien- oder Sportbranche arbeiten, im Vergleich zu anderen Berufsgruppen das höchste Selbsttötungsrisiko aufweisen. Das Suizidrisiko ist für sie rund 69 Mal höher als im nationalen Durchschnitt.

Wenig Anerkennung
"Man muss vorsichtig sein, solche Häufungen zu interpretieren. So könnte es sein, dass in Großbritannien ein solcher Beruf von Frauen gewählt wird, die ein schlechtes Selbstwertgefühl haben und die bei eher geringen Misserfolgen aus der Bahn geworfen werden. Man müsste also erheben, wer in diesen Beruf geht und wie die Rekrutierung von Personal geschieht", erklärt Psychologe Wolf-Dietrich Zuzan.
Auch Männer, die in der Medienbranche arbeiten, haben ein höheres Suizidrisiko. Sie begehen 20 Mal häufiger einen Suizid als der nationale Durchschnitt. "Es könnte sein, dass in dem Berufsfeld eine sehr harte Konkurrenz mit wenig Anerkennung zwischen den Tätigen besteht", erläutert Zuzan.
"Der Suizid ist die häufigste Todesursache von Männern unter 50 und immer mehr Frauen bringen sich jährlich um", erklärt Duncan Selbie, Generaldirektor von Public Health England. Es sei zudem nur sehr selten der Fall, dass gefährdete Erwachsene Hilfe annehmen, da sie ihre Probleme lieber still mit sich selbst austragen. "Der Arbeitsplatz bietet sich als Möglichkeit an, die Leute zu erreichen, die zusätzliche Hilfe brauchen."

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PressetextAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 13.04.2017