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23. Juli 2018

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„Jetzt mal keine Politik!“

„Jetzt mal keine Politik!“© NLK_Pfeiffer

Karikaturmuseum Krems eröffnet Ausstellung „IRONIMUS 90. Jetzt mal keine Politik!“ mit ausgewählten Werken von Gustav Peichl alias Ironimus.

Anlässlich des 90. Geburtstages von Gustav Peichl alias Ironimus zeigt das Karikaturmuseum Krems unter dem Titel „IRONIMUS 90. Jetzt mal keine Politik!“ außergewöhnliche Cartoons des Künstlers von 1948 bis 2018. Eröffnet wurde die Ausstellung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Kuratiert worden ist die Werkschau von Sohn Markus Peichl und die Laudatio hielt der Karikaturist Gerhard Haderer. Die Schau läuft noch bis bis 27. Mai dieses Jahres.

ORF-Landesstudio, Städel-Museum Frankfurt, Bundeskunsthalle Bonn und Karikaturmuseum Krems
„Die große Zeichenlegende wird 90 Jahre. Ihm zu Ehren eröffnen wir heute eine ganz besondere Ausstellung in einem Haus, das seine Handschrift trägt“, so Mikl-Leitner. „Gustav Peichl ist für uns alle eine ganz große Persönlichkeit. Er gehört zu den wenigen, der es geschafft hat, seine Fähigkeit zu zwei Berufen zu machen“, betonte Mikl-Leitner Peichls künstlerische Fähigkeiten als Architekt und Karikaturist.
Als Architekt habe Peichl „sehr viel geplant, realisiert und umgesetzt“, nannte die Landeshauptfrau den Bau mehrerer ORF-Landesstudios, des Städel Museums, der Bundeskunsthalle in Bonn und des Karikaturmuseums Krems als Beispiele. Auf Letzteres sei man in Niederösterreich „unglaublich stolz, weil dieses Karikaturmuseum einzigartig ist – ob der Architektur und Konzeption“, so die Landeschefin.

Zeitgenössische und historische Karikaturen im Mittelpunkt
Im Karikaturmuseum Krems stehen zeitgenössische und historische Karikaturen im Mittelpunkt, als Plattform für heimische und internationale Größen der Zeichenkunst. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2001 habe sich das Karikaturmuseum mit rund 75.000 Besucher jährlich „zu einem richtigen Publikumsmagneten und zu einer Oase des Humors entwickelt“, betonte Mikl-Leitner. Gezeigt werden hier u.a. Manfred Deix, Gerhard Haderer, Erich Sokol, Mordillo und natürlich Ironimus.
Der künstlerische Direktor Gottfried Gusenbauer hob in seinen Begrüßungsworten die Bedeutung des Karikaturmuseums Krems und das damit verbundene „starke Bekenntnis zur kulturellen und künstlerischen Vielfalt“ des Landes Niederösterreich hervor, wodurch die Karikaturen in Österreich hier einen Platz bekommen hätten. Beneidet werde man über Österreich hinaus auch dafür, dass der Architekt zu den wichtigsten deutschsprachigen Karikaturisten zähle.

Die Dramatik des Zeichnens und die Tricks des Karikaturisten
Das Karikaturmuseum Krems zähle „weltweit zu den führenden Museen seiner Art“. Bei der Jubiläumsausstellung stünden nicht die tagespolitischen Zeichnungen von Ironimus im Vordergrund, sondern man zeige die Dramatik des Zeichnens, die Tricks des Karikaturisten. „Ironimus wurde und wird weit über die Grenzen Österreichs hinaus geschätzt“, so Gusenbauer.
Gerhard Haderer wiederum skizzierte in seiner Laudatio die Persönlichkeit und das Schaffen von Gustav Peichl alias Ironimus. Ironimus habe immer „die analoge Form des Zeichnens über alles geschätzt“. Er habe sich als Person „immer als kämpferisch gezeigt“ und sich „in seinen Zeichnungen immer in die Gestaltung der Gesellschaft eingemischt“. „Dankeschön für alles, was du uns hinterlassen hast“, sprach Haderer von einem großen Stück österreichischer Zeitgeschichte und einer wichtigen Facette des österreichischen Humors.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 08.03.2018