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22. November 2017

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Lernen macht richtig Spaß

Lernen macht richtig Spaß© Bilderbox.com

Die Arbeitswelt verändert sich, der Druck auf die Arbeitnehmer wächst. Das hat nicht nur negative Auswirkungen.

Das Arbeitsleben wird nicht nur schneller, sondern auch intensiver. Der Trend der Beschleunigung wurde nun mit Unterstützung des Wissenschaftsfonds FWF analysiert. Immer schneller immer mehr leisten und mit permanenten Veränderungen schritthalten zu müssen, ist ein Lebensgefühl, das die meisten kennen. Ein Team um den Psychologen Christian Korunka von der Universität Wien ist diesen Fragen erstmals für Österreich nachgegangen.
Für ihre Analysen haben die Forscher mehr als 2.000 Beschäftigte im Dienstleistungsbereich in einem Abstand von jeweils eineinhalb Jahren befragt. Eine von drei Anforderungen ist das permanente Lernen. Das wird von den Beschäftigten jedoch durchwegs positiv wahrgenommen, indem es zu Motivation und Zufriedenheit beiträgt. "Menschen macht lernen Spaß, das kann man in vielen Bereichen zeigen", sagt Korunka.

Mehr Aufgaben in kürzeren Zeiträumen
Es nimmt nicht nur der Zeitdruck zu, sondern auch die Arbeitsdichte. Diese zweite neue Anforderung im Arbeitsleben wird mehrheitlich als belastend bewertet. Die Folgen sind ein Rückgang des Engagements, geringes Wohlbefinden, sinkende Zufriedenheit und Konflikte zwischen Arbeit und Privatleben, am Ende Erschöpfungszustände.
Mehr Aufgaben in immer kürzeren Zeiträumen zu erledigen, bedeutet für viele Beschäftigte heute auch, mehr Planungs- und Entscheidungsaufgaben zu erhalten. Diese Zunahme an Autonomie, die die Wissenschaft als dritte wesentliche Anforderung in der neuen Arbeitswelt identifiziert, wurde von den Befragten als Herausforderung bewertet, die sich sowohl positiv durch mehr Flexibilität als auch negativ durch Erschöpfung auswirken kann. Denn mehr Gestaltungsfreiheit bedeutet auch mehr Verantwortung und Selbststrukturierung. "Das klassische Paradigma war, je mehr Autonomie, umso besser", erklärt der Psychologe. "In der entgrenzten Arbeitswelt zeigt sich jedoch, dass es auch zu viel davon geben kann."

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red, Economy Ausgabe Webartikel, 23.06.2017