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26. Mai 2017

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Zocken als neue Therapie gegen Depressionen

Zocken als neue Therapie gegen Depressionen© Bilderbox.com

Durch gezieltes Training mit Videospielen werden Depressionen für Betroffene kontrollierbarer.

Videospiele und Anwendungen zum Gehirntraining werden immer häufiger als effektiver Ansatz zur Behandlung von Depressionen angepriesen. Forscher der University of California gehen nun einen Schritt weiter. Werden die Spieler in Games mit persönlichen Erinnerungen konfrontiert, nutzen sie diese häufiger, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. So könnten Videospiele eine gut umsetzbare und weniger zermürbende Behandlungsoption darstellen. Die Botschaften und damit in Zusammenhang stehende Spiele zielten in den Tests auf Depressionen ab.
Die Experten verglichen die Nutzung der Games mit einem regelmäßigen Training, bei dem man versucht, sein Bestes zu geben. Durch den Einsatz von sechs Drei-Minuten-Spielen zeigte sich, dass sie den Nutzern dabei halfen, ein Gefühl der Kontrolle über ihre Krankheit zu bekommen. Bei jedem Spiel handelte es sich um eine Adaption von bereits erprobten neurophysiologischen Trainingseinheiten.

Keine langfristigen Effekte
Wurde die Depression als etwas dargestellt, dass durch innere Ursachen ausgelöst wird, so ermöglichte eine App für das Gehirntraining den Usern das Gefühl, dass sie etwas für die Kontrolle ihrer Depressionen tun konnten. So könnten derartige Spiele helfen, kognitive Veränderungen einzuleiten.
Wurden Depressionen als etwas dargestellt, das durch äußere Faktoren hervorgerufen wurde, wurde mehr Zeit mit dem Spielen verbracht. Auch hier könnte das Gefühl, die Situation kontrollieren zu können, eine Rolle spielen. Die Forscher Subuhi Khan und Jorge Pena gehen jedoch davon aus, dass diese Wirkung auf die direkte Nutzung zurückzuführen war und sehr wahrscheinlich keine langfristigen Vorteile bringt. Die aktuelle Studie hat nicht untersucht, ob Videospiele Depressionen tatsächlich verringern.

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PressetextAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 24.04.2017