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18. November 2018

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Die Kontinuität der Rekorde

Die Kontinuität der Rekorde© Kapsch

Kapsch Traffic Com AG verzeichnet für abgelaufenes Wirtschaftsjahr neuerlichen Rekordumsatz sowie Steigerung der Eigenkapitalquote.

75 Prozent des Umsatzes entfallen auf das Mautgeschäft, hier betrug das Wachstum über elf Prozent. 25 Prozent betreffen den Bereich Intelligente Mobilitätslösungen. Unternehmenslenker Georg Kapsch bestätigt bei Bilanzpräsentation in Wien weitere Kontinuität bei der Wachstumsstrategie des börsennotierten Technologiekonzerns.
Kapsch TrafficCom konnte im Wirtschaftsjahr 2017/18 den Umsatz um 6,9 % auf 693,3 Mio. Euro steigern und das ist primär auf eine 11,4 %-ige Umsatzsteigerung beim Mautsegment (Electronic-Toll-Collect/ETC-Segment) zurückzuführen. Beim Segment "Intelligente Mobilitätslösungen“ (IMS) ging der Umsatz um 4,7 % zurück. Kapsch TrafficCom beschäftigt mittlerweile mehr als 5.200 Mitarbeiter.

Steigerung beim bereinigten EBIT und unveränderte Dividende
Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit (EBIT) in Höhe von 50,1 Mio. Euro lag 10 Mio. unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Dieser enthielt einen positiven Einmaleffekt von 3 Mio. und das (nur bedingt beeinflussbare) operative Währungsergebnis von 4,7 Mio. lag 9,9 Mio. über dem Wert des Wirtschaftsjahres 2017/18. Bereinigt um diese beiden Punkte konnte Kapsch TrafficCom im ordentlichen Geschäftsverlauf das EBIT steigern.
Das Finanzergebnis verschlechterte sich von 0,4 Mio. Euro im Vorjahr auf -5,2 Mio.. Wesentlicher Grund dafür war ein Rückgang der Fremdwährungsgewinne um 4,6 Mio., vor allem im Zusammenhang mit dem US-Dollar und dem Südafrikanischen Rand (ZAR). Da diese Entwicklung zu einem Gutteil auf Währungsverlusten beruht und daher keine nachhaltige Ergebnisschwächung zu erwarten ist, wird der Vorstand der Hauptversammlung für das Wirtschaftsjahr 2017/18 erneut eine Dividende je Aktie in Höhe von 1,50 Euro vorschlagen.
„Kapsch TrafficCom verfolgt eine auf Wachstum ausgelegte Strategie und so freut es mich, das dritte Jahr in Folge einen Umsatzanstieg berichten zu können. Ich bin überzeugt, dass wir diesen Trend auch in Zukunft fortsetzen können", so Georg Kapsch, CEO der Kapsch TrafficCom.

Die einzelnen Ergebnisse
Im abgelaufenen Wirtschaftsjahr entfielen 75,2 % des Umsatzes auf das ETC-Segment und 24,8 % auf das IMS-Segment. Im ETC-Segment verzeichnete Kapsch TrafficCom einen Umsatzzuwachs von 11,4 % auf 521,6 Mio. Euro. Gleichzeitig ging das Segment-EBIT um 18,3 % auf 53,5 Mio. zurück. Verantwortlich dafür waren im Wesentlichen die auf dieses Segment entfallenen höheren operativen Währungsverluste sowie geringere Margen aus den Projekten in Tschechien und Österreich. Bei beiden senkte Kapsch TrafficCom im Zuge der Vertragsverlängerung bzw. Neuvergabe im Jahr 2016 die Preise.
Der Umsatz im IMS-Segment sank um 4,7 % auf 171,6 Mio. Euro. Ein wesentlicher Grund dafür war das Auslaufen von Projekten außerhalb des Kerngeschäfts, die mit Akquisition der Transportation-Sparte von Schneider Electric im Jahr 2016 übernommen wurden. Gleichzeitig gelang es, die Verluste in diesem Segment deutlich zu reduzieren. Das IMS-EBIT betrug -3,4 Mio. während in den -5,4 Mio. des Vorjahres sogar noch ein positiver Einmaleffekt in Höhe von 2,1 Mio. enthalten war.

Die spezifischen Märkte und Finanzierungsstrategien
Während der Free Cashflow zum Halbjahr noch negativ war, führte die Begleichung von Forderungen insbesondere aus Österreich, Weißrussland und Schweden zu einem positiven Wert von EUR 33,1 Mio. Als Konsequenz kann Kapsch TrafficCom zum Ende des Wirtschaftsjahres ein Nettoguthaben in Höhe von 16,2 Mio. ausweisen -und das trotz diverser Akquisitionen sowie der Dividendenausschüttung in Höhe von 19,5 Mio. Euro.
Die Eigenkapitalquote lag zum 31. März 2018 bei 37 % und somit um zwei Prozent über dem Wert per 31. März 2017 (35 %). Im dritten Quartal tilgte Kapsch TrafficCom die im Jahr 2010 begebene 4,25-Prozent-Unternehmensanleihe. Das führte aufgrund der damit verbundenen Bilanzverkürzung zu einem kräftigen Anstieg der Eigenkapitalquote zum 31. Dezember 2017. Im Jänner 2018 nutzte das Unternehmen das attraktive Zinsniveau und nahm eine 50,0 Mio. Bankfinanzierung mit einer Laufzeit von sechs Jahren und einer Verzinsung von 0,8 % auf. Durch die bilanzverlängernde Wirkung sank die Eigenkapitalquote wieder. Die Bilanzsumme betrug zum 31. März 2018 621,1 Mio. (31. März 2017: 648,8 Mio. Euro).

Neugeschäft in den Regionen Nordamerika und EMEA
Im Wirtschaftsjahr 2017/18 und in den ersten Wochen des neuen Wirtschaftsjahres arbeitete das Unternehmen intensiv an der Anbahnung einer Reihe von neuen Projekten. Kapsch TrafficCom sieht eine große Zahl potenzieller Projekte kleineren Volumens in allen Vertriebsregionen. Der nordamerikanische Markt präsentiert sich sehr dynamisch, speziell im Bereich mittelgroßer und kleinerer Aufträge. Auch in der EMEA-Region bieten sich umfangreichere Gelegenheiten als üblich - hier wären es vergleichsweise oft Großprojekte. Manche davon würde Kapsch TrafficCom in einem Konsortium betreuen, d. h. es ist nicht zwingend, dass alle kommenden Projekte voll konsolidiert dargestellt werden.

Wachstumstreiber Intelligente Mobilitätslösungen
Strategisch treibt das Unternehmen die Aktivitäten in den zukünftigen Wachstumsbereichen "Smart Urban Mobility" und "Vernetzte Fahrzeuge" voran. Kurzfristig ist hier von keinem signifikanten Umsatzbeitrag und tendenziell von einem negativen EBIT-Beitrag auszugehen. Das Management ist aber überzeugt, dass diese zwei Bereiche Kernthemen des zukünftigen Verkehrsmanagements ansprechen. Um hier langfristig eine Rolle zu spielen, muss man sich schon heute engagieren, um den Markt zu besetzen und insbesondere seine Entwicklung proaktiv mitzugestalten.

Beide Hauptsegmente sollen weiter steigen
Im Wirtschaftsjahr 2018/19 soll der Umsatz um rund 10 Prozent gesteigert werden, wobei die Geschäftsdynamik im Laufe des Jahres tendenziell zunehmen wird. Positive Faktoren sind etwa der Aufbau des landesweiten Mautsystems in Bulgarien, das dynamische Geschäft in den USA sowie Umsätze im Zusammenhang mit dem neuen Gemeinschaftsunternehmen in Sambia.
Im Hinblick auf die Profitabilität im Wirtschaftsjahr 2018/19 erwartet das Unternehmen einen EBIT-Anstieg um ebenfalls rund 10 %.
Mittelfristig plant Kapsch TrafficCom, in beiden Segmenten zu wachsen. Gleichzeitig wird das Ziel verfolgt, die EBIT-Marge der Gruppe auf ein Niveau von nachhaltig über 10 Prozent zu heben. Dafür soll das EBIT im ETC-Geschäft klar über 10 Prozent gehalten und jenes im IMS-Geschäft kontinuierlich verbessert werden. „Bei gutem Umfeld erscheint aus heutiger Sicht ein IMS-EBIT von bis zu 8 Prozent machbar“, resümiert Georg Kapsch.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 22.06.2018