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29. Juni 2017

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„Cybersicherheit auf einer Stufe mit Nuklearbedrohung.“

Video: 

(Wien; Video/Text) Innenminister Wolfgang Sobotka prämiert Security-Rockstars 2016 und erläutert economy aktuelle Schwerpunkte der österreichischen Sicherheitspolitik.

Bei der vom österreichischen Forschungszentrum Secure Business Austria Research (SBA) organisierten Konferenz für Kommunikationssicherheit und Cybersecurity (CCS) in der Wiener Hofburg wurden auch die „Security Rockstars 2016“ gekürt. Die Schweiz, Ungarn und Deutschland holten die ersten drei Plätze beim europaweit größten IT-Security Start-Up Wettbewerb und Innenminister Wolfgang Sobotka erörtert mit den Preisträgern die Relevanz von Forschung und Innovation.

Technologischer Aufholprozess gegenüber Amerika
Im Gespräch mit economy betont der Innenminister „die große Relevanz und Kontinuität der Veranstaltung sowohl im europäischen Kontext wie auch im technologischen Aufholprozess junger Unternehmen gegenüber Amerika“. Sobotka unterstreicht dabei die große thematische Bandbreite, „beginnend vom persönlichen Bereich, wo zuletzt in Amerika private Geräte für Attacken benutzt wurden, bis hin zu komplexen Bereichen wie Militärorganisationen.“
Im Rahmen der Umsetzung der europäischen NIS-Richtlinie (Anm. EU-Regularien für gemeinsame Netz- und Informationssicherheit) sei es nötig, dass „Österreich sich mit der zunehmenden Vernetztheit der Informationen bei solchen Attacken verstärkt auseinander setzt, dabei das know-how verbessert und sich gleichzeitig auch intensiv mit dem Thema Datenschutz beschäftigt“, so der österreichische Innenminister.

Weg vom Burggedanken hin zur Tiefensicherheit
Markus Klemen von Secure Business Austria (SBA) erklärt economy sodann die neuesten Trends in der Cyber-Security, wo es immer stärker um Software-Sicherheit geht. „Man geht vom Burggedanken ab und braucht Tiefensicherheit bis hinein zur Software“, so Klemen, „ein Schwerpunkt der Sicherheitsforschung betrifft auch kritische Infrastrukturen.“
Klemen erwähnt dabei insbesondere „die Energiewirtschaft, weil über Strom sehr großflächig Schaden angerichtet werden kann“ und verweist auf „amerikanische Forscher, die Cybersecurity mittlerweile auf eine Stufe mit der nuklearen Sicherheit beim Thema Atomkraft setzen.“
 
SpinOff der ETH Zürich für Anwendung im Bereich Internet of Things (IoT)
Das Schweizer Team von xorlab überzeugte die Fachjury und darf sich neben professionellem Coaching auch über 20.000 Euro Preisgeld freuen. Den Preis nahm der CEO des Unternehmens, Antonio Barresi entgegen. xorlab wurde 2015 als Spin-off der ETH Zürich gegründet und bietet eine Lösung zur Erkennung von Email und webbasierten Cyber-Angriffen.
Die Technologie SploitGuard erkennt dabei Software Angriffe, die unbekannte Schwachstellen ausnutzen und kann insbesondere im IoT Bereich angewendet werden. Die proaktive Absicherung von Software und Daten soll vor allem europäische Großunternehmen ansprechen. Auch die anderen beiden Siegerprojekte „avatao“ (Ungarn) und „physec“ (Deutschland) beschäftigen sich mit der Erkennung von Cyberangriffen, Kompetenzvermittlung und einer sicheren Datenübertragung.

 

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 01.11.2016