Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

20. November 2017

Search form

Search form

3D-Druck nun auch mit Glas möglich

3D-Druck nun auch mit Glas möglich© Bidlerbox.com

Die Herstellung komplexer Bauteile ist jetzt auch im optischen Bereich problemlos möglich. Ein Anwendungsbereich liegt in der übernächsten Generation von Computern.

Das erste technisch nutzbare Verfahren zum 3D-Druck von gläsernen Objekten haben Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt. Es lässt sich nutzen, um Einzelstücke für optische, biotechnische, medizinische und informationstechnische Anwendungen herzustellen. Das war bisher nur mit den Ausgangsprodukten Kunststoff, Metall und Beton möglich.
Die Forscher um den Maschinenbauingenieur Bastian E. Rapp zerkleinern Quarzglas zu Puder mit nanometergroßen Partikeln. Mit einer kleinen Menge an flüssigem Kunststoff, der unter Lichteinfluss aushärtet, stellt das Team einen Brei her. Dünn auf einer Unterlage aufgetragen, wird er an den Stellen, die erhalten werden sollen, von einem feinen Lichtstrahl erhärtet. Die flüssig gebliebene Masse wird mit einem Lösungsmittel entfernt. Schicht für Schicht entsteht so ein nahezu beliebig komplex geformtes Bauteil.

Bauteile für Licht-Computer
Nach Glas sieht es noch nicht aus. Um es transparent zu machen, wird es gesintert, also auf eine hohe Temperatur erhitzt. Dabei verbrennt der Kunststoff und die feinen Glaspartikel verbinden sich. Das Verfahren stellen die KIT-Experten in "Nature" vor. Die Größe der bisher gefertigten Strukturen liegt im Mikrometerbereich, also bei einigen Tausendstel Millimetern. "Die Abmessung der Strukturen kann aber im Bereich mehrerer Zentimeter liegen", sagt Rapp.
Die Datentechnik könnte eines der wichtigsten Einsatzfelder werden. "Die übernächste Generation von Computern wird mit Licht rechnen", so Rapp. Derartige Rechner benötigen komplizierte gläserne Bauteile zur Verarbeitung der Lichtteilchen, die anstelle von Elektronen die Rechenarbeit übernehmen. Diese Strukturen könnten mithilfe der 3D-Technik entstehen.

Links

PressetextAustria/red, Economy Ausgabe Webartikel, 01.05.2017