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21. Januar 2021

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Angewandtes Fachwissen über dialogorientierte Innovation

Angewandtes Fachwissen über dialogorientierte Innovation©Pexels.com/Kevin Ku

Multimedia. Interaktive Video- und Audiosysteme unterstützen Serviceteams bei ortsunabhängigen Wartungseinsätzen in Echtzeit.

(Christian Czaak) Ein zunehmend wichtiger Bestandteil bei betrieblichen Digitalisierungsprojekten sind die Themen Virtualisierung und multimediale Assistenzsysteme. Neue Entwicklungen verbinden analoge und digitale Informationen und erlauben den parallelen Einsatz der projektspezifisch sinnvollen Anwendung. Die praktischen Einsatzgebiete betreffen vernetzte Produktionsketten ebenso wie automatisierte Steuerungsprozesse oder externe Service- und Wartungsarbeiten. In Zeiten, wo persönliche Kontakte reduziert werden sollen, erhalten diese Anwendungen nun zusätzliche Relevanz. Ein weiterer Treiber ist der zunehmende Einsatz mobiler Endgeräte.

Hände bleiben frei
Digitale Assistenzsysteme zur betrieblichen Optimierung von Produktion und Wartung ist auch der inhaltliche Schwerpunkt beim Grazer Innovationszentrum Evolaris. Der technische Fokus liegt dabei auf standardisierter Software speziell für mobile Endgeräte. Eigentümer von Evolaris ist Kapsch BusinessCom und gemeinsam wurde mit Evocall eine Videoassistenzlösung unter praxisorientierten Verhältnissen entwickelt, mit der etwa Servicemitarbeiter orts- und zeitunabhängig direkt am Einsatzort mit Prozess- oder Maschinenspezialisten kommunizieren.

Das System ermöglicht in Echtzeit per Live-Video und -Audio Anleitungen, Schaltpläne oder Checklisten direkt auf alle gängigen Mobilgeräte oder Datenbrillen zu schicken und diese Supportsitzungen etwa auch für Schulungszwecke aufzuzeichnen. Die Datenbrillen unterstützen, dass beide Hände der Mitarbeiter für Tätigkeiten frei bleiben.

Eingesetzt wird die Lösung etwa von Adler, ein österreichischer Produktionsbetrieb für Farben, Lacke und Holzschutzmittel mit mehreren internationalen Standorten und Kunden in über 25 Ländern. Ergänzende Dienstleistungen betreffen dann etwa auch die Einstellung eines Lackierroboters, ein spezieller Beschichtungsaufbau oder Fragen zur Spritzdüseneinstellung. Treten hier technische Probleme beim Kunden auf, ist meist schnelle Hilfe gefragt. Doch nicht immer ist es möglich, dass ein Adler-Techniker rasch persönlich vor Ort ist und das wird aktuell durch die corona-bedingten Reiseeinschränkungen noch zusätzlich belastet.

Zeit und Kosten
In solchen Fällen schafft nun das Live-Assistenz-System Evocall Abhilfe. Der Außendienstmitarbeiter oder Kunde vor Ort verbindet sich per Live-Videoschaltung mit den Adler-Spezialisten und holt sich per Datenbrille oder Smartphone-App die nötige Unterstützung zur Problemlösung. Aktuell wurde beispielsweise ein Spritzautomat per Video-Assistenz in Betrieb genommen oder eine sogenannte Excimer-Anlage eingefahren. „Besonders in der Corona-Krise können wir mit Evocall schnellen und kompetenten Service auch ohne direkten persönlichen Kontakt garantieren“, sagt Matthias Stötzel, technischer Serviceleiter bei Adler.

Ebenso eingesetzt wird die Lösung bei Haidlmair, einem Produktionsbetrieb für Werkzeuge und Formen für Lager- und Logistikbehälter oder Teile zur Autoproduktion. „Serviceprozesse mittels Live-Videoübertragung spart wertvolle Zeit, hohe Zusatzkosten und steigert die Anlagenverfügbarkeit und Produktqualität“, so Christian Eckhart, Leiter International Service bei Haidlmair.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 02.11.2020