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24. November 2020

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Antibiotika, Brücken und Bildung

Antibiotika, Brücken und Bildung© Pexels.com/cottonbro

Die Staatspreise „Digitalisierung“ sind vergeben. Digitale Transformation durchdringt alle Bereiche in Wirtschaft und Gesellschaft. Coronakrise untermauert Bedeutung innovativer Technologien.

(red/czaak) Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaft hat die diesjährigen Staatspreise Digitalisierung ausgezeichnet. Vergeben wurden die Prämierungen in den drei Kategorien "Digitale Produkte und Lösungen", "Digitale Transformation" sowie "Social Responsibility Projects". "Die vielfältigen Einreichungen zeigen, dass es keinen Bereich in Wirtschaft und Gesellschaft gibt, der nicht von der Digitalisierung betroffen ist. Dieser Staatspreis soll das Bewusstsein für die Digitalisierung als entscheidendes Zukunftsthema sowie als Grundlage für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit und damit zentralen Wirtschaftsfaktor schärfen“, unterstrich Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaft in ihrer Gratulation an die Preisträger.

Kategorie "Digitale Produkte und Lösungen"
In der Kategorie "Digitale Produkte und Lösungen" wurde "ares-genetics.cloud - Genetische Antibiotikaresistenzdetektion mittels Künstlicher Intelligenz" vom Unternehmen Ares Genetics in Wien mit dem Staatspreis ausgezeichnet. „Die massive Zunahme resistenter Keime stellt die Gesundheitseinrichtungen vor große Herausforderungen. Durch den Einsatz der Ares Genetics-Datenbank reduzieren sich einerseits Zeit und Kosten in der Entwicklung von Antibiotika, andererseits erfahren ÄrztInnen Unterstützung im zielgerichteten Einsatz der Medikamente“, lautete die Begründung der Jury.

Kategorie "Digitale Transformation"
as Projekt "StrucInspect – digitale Brückeninspektion des 21. Jahrhunderts" von den Unternehmen Palfinger Structural Inspection und ÖBB Infrastruktur (beide Wien) erhielt den Staatspreis in der Kategorie "Digitale Transformation". Die Jury hob hervor, dass „durch die Verknüpfung unterschiedlicher digitaler Technologien und qualitativer Dienstleistungen bisherige personalintensive Prozessketten durchgängig abgebildet werden.“ Und: „Drohnen in Kombination mit anderen Datenerfassungsmethoden ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung von Baustrukturschäden.“ Diese Lösung ist bereits erfolgreich im Einsatz und „steigert insbesondere Objektivität und Frequenz bei Inspektionen“ – sie wurde aktuell auch mit dem Digital Impulse Award ausgezeichnet.

Kategorie "Social Responsibility Projects"
Das Projekt "DivDev's" des Unternehmens CodeFactory aus Wien konnte die Kategorie "Social Responsibility Projects" für sich entscheiden. Laut Jury entwickelt dieses Projekt eine Lösung für den Mangel an IT-Fachkräften und zudem den Mangel an Ausbildungen für hörbehinderte Menschen. Bereits vorhandene Kursmaterialien werden hier für die Zielgruppe passend aufbereitet. „Obwohl sich das Projekt noch im Anfangsstadium befindet, konnten bereits namhafte Partner gefunden werden“, so die Jury weiter.

Forschungsförderungsgesellschaft als Organisator des Wettbewerbs
Organisiert wird der vom Ministerium verantworte Staatspreis Digitalisierung von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG. „Die Corona-Pandemie hat uns noch deutlicher gezeigt, welche Chancen die Digitalisierung mit sich bringt und die Preisträger zeigen uns innovative Umsetzungen wie auch verantwortungsvolle Nutzungen“, so Henrietta Egerth und Klaus Pseiner als die beiden Geschäftsführer der FFG.

"Unser Leben wird immer digitaler. Die größte Herausforderung ist, dass wir alle mitnehmen und niemanden zurücklassen. Mit dem Ausbau der digitalen Amtsgeschäfte soll es möglich werden, dass alle Bürger ihren Nutzen daraus ziehen können. Digitalisierung ist zudem ein wesentlicher Konjunkturmotor für die Zeit nach der Krise", betonte Ministerin Margarete Schramböck ergänzend.

Nominierungen und Sonderpreise
Einreichungen für diesen Staatspreis waren in drei Kategorien möglich. Neben den Staatspreisträgern wurden noch weitere Projekte als grundsätzlich staatspreiswürdig nominiert. In der Kategorie "Digitale Produkte und Lösungen" waren dies "NOUS sonic" der Firma NOUS Wissensmanagement aus Wien, weiters "Transkribus" des Instituts für Germanistik der Universität Innsbruck sowie "Employee.CHARGING“ des Untenehmens hast.to.be aus Salzburg.

Für die Kategorie "Digitale Transformation" folgten "GreenChips" der Firma GreenChips division of SIE Connect aus Vorarlberg und in der Kategorie "Social Responsibility Projects" schließlich "Storytelling in Augmented Reality - die Bücherwürmer" von Kris Hofmann Animation und Österreichische Nationalbibliothek, beide Wien.

Über den Staatspreis Digitalisierung
Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort verleiht seit 2019 den Staatspreis Digitalisierung als die höchste Auszeichnung für hervorragende digitale Produkte in Österreich. Heuer hat die unabhängige Experten-Jury aus 88 Einreichungen in drei Kategorien insgesamt acht Nominierungen und je Kategorie einen Staatspreisträger ausgewählt. Bewertet wurden die Projekte nach Innovationsgrad, Qualität der Umsetzung, Nutzen für Anwender und Mitarbeiter sowie Marktpotenzial.

 

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 05.10.2020