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26. Juni 2017

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Auch das Internet frustriert die Frauen

Auch das Internet frustriert die Frauen© piq.de/pierre touringny

Je länger Frauen im Web sind, desto unzufriedener werden sie mit ihrem Körper.

Je öfter Frauen online sind, umso schlechter wird ihr Körperbewusstsein. Das zeigt eine Studie der PhD-Studentin Allison Carter von der Simon Fraser University (US). Die Korrelation ist signifikant: Jene Frauen, die mehr als 20 Stunden pro Woche online waren, hatten eine dreifach höhere Unzufriedenheitsrate als jene, die sich weniger als eine Stunde im Web aufhielten.

Abwärtsspirale
Frauen werden dazu erzogen, sich auf ihren Körper zu fokussieren, erklärt die Forscherin das betrübliche Ergebnis ihrer Studie. Insgesamt wurden 3.000 kanadische Frauen im Alter zwischen zwölf und 29 Jahren befragt. Die Frauen legten offen, wie lange sie jede Woche in den vergangenen drei Monaten im Internet verbrachten und wie zufrieden sie mit ihrem eigenen Körper sind. In ihrer Freizeit suchen Frauen oft Social-Media- und Fitness-Seiten auf, die sich stark auf idealisierte Aspekte weiblicher Schönheit fokussieren, so Carter. Frauen konsumieren typischerweise Fotos und Nachrichten, die schmal und dünn als Schönheitsideal verkaufen und dabei eine Perfektion anpreisen.

Männer nicht so stark anfällig

Auch 2.700 Männer im Alter zwischen zwölf und 29 Jahren wurden getestet. Dabei stellte die Forscherin fest, dass hier keine Korrelation zwischen Dauer im Internet und Körperunzufriedenheit nicht festzustellen ist. "Frauen sollten darauf achten, welchen Content sie konsumieren", resümiert Carter. So gebe es immer wieder auch Content, der sich positiv mit dem Thema Körper auseinandersetzt. Dabei empfiehlt sie Seiten wie den Instagram-Account "Beauty Redefined". Die Folgen eines schlechten Körpergefühls können weitreichende Konsequenzen haben, wie ein geringes Selbstwertgefühl, Essensstörungen, exzessives Training und Depression. Damit geht es nicht nur um individuelles Wohlbefinden, sondern auch um öffentliche Gesundheitspolitik.

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PresstextAustria/red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 04.04.2017