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23. September 2019

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Der Griff nach den Sternen

Der Griff nach den Sternen© Bilderbox.com

Das Wiener Neustädter Start-Up Enpulsion entwickelt neben Ionenantriebe für Satelliten nun auch eine Sonde für ein schwedisches Weltraumunternehmen.

(NOe-WPD/red) Das aus dem Forschungsumfeld der Fachhochschule Wiener Neustadt hervorgegangene Unternehmen Enpulsion entwickelt und baut bis dato Ionenantriebe für Satelliten, die in einer erdnahen Umlaufbahn kreisen. Nun arbeitet das 2016 gegründete Start-Up erstmals an einer Sonde für eine Reise zu weit entfernten Asteroiden, die das private schwedische Weltraumunternehmen „Beyond Atlas“ mit Hilfe der Niederösterreicher ab 2020 erkunden will, so ein Bericht des niederösterreichischen Wirtschaftspressedienstes.

27 Millionen Flugkilometer
„Bis die Sonde den Asteroiden erreicht, wird sie rund 27 Millionen Flugkilometer zurücklegen, das entspricht ungefähr der 70-fachen Entfernung zwischen Erde und Mond“, so Alexander Reissner, Enpulsion-Geschäftsführer. Die Schweden hätten sich für Enpulsion entschieden, da die entwickelte Antriebstechnik „besonders energiesparend sei, was sich auf großen Distanzen natürlich positiv auswirkt“, erläutert Reissner. Mit Indium verwenden die niederösterreichischen Innovatoren ein flüssiges Metall als Treibstoff, der direkt im Ionenantrieb integriert ist und das macht zudem einen externen Tank überflüssig.

Niederösterreichische Innovation als globaler Wettbewerbsvorteil
„Da sind wir der Konkurrenz einen entscheidenden Schritt voraus“, betont Reissner. Aktuell baut Enpulsion fünf Antriebssysteme pro Woche, allerdings steigt die weltweite Nachfrage nach dem sogenannten „Nano Thruster“ rasant. „Wir möchten die Kapazität bis Ende des heurigen Jahres auf 20 produzierte Antriebe pro Woche vervierfachen“, kündigt Geschäftsführer Reisner an. Für 2019 plant Enpulsion einen Umsatz von fünf Millionen Euro und dazu trägt auch die Vertriebsniederlassung für US-Kunden im kalifornischen Silicon Valley bei.

Cluster für Luft- und Raumfahrttechnik in Wiener Neustadt
Die erst 2016 gegründete Enpulsion ist eines der jüngsten Vorzeigeprojekte rund um den Cluster Luft- und Raumfahrttechnik in Wiener Neustadt. „Hier sind Ausbildung, Forschung und Wirtschaft eng vernetzt“, erklärt Petra Bohuslav, Wirtschaftslandesrätin von Niederösterreich. Unternehmen wie der Flugzeugbauer Diamond Aircraft, der Drohnen-Produzent Schiebel oder auch Forschungsinstitute, wie der Studiengang Aerospace Engineering an der FH Wiener Neustadt sorgen hier mittlerweile für mehr als 1.000 Arbeitsplätze vor Ort.

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NOe-Wirtschaftspressedienst/red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 14.05.2019