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20. Juni 2019

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Die digitalen Wildhüter

Die digitalen Wildhüter© DimensionData_MichaelHammond

Sogenannte Connected Conservation mit Drohnen, Wärmebildkameras und Analyseprogrammen unterstützen in Südafrika den Kampf gegen Tierwilderer. Nach Erfolgen in der Pilotphase wird das Projekt nun auch auf Sambia, Kenia und Mosambik ausgeweitet.

Hörner eines Rhinozeros sind am Schwarzmarkt wertvoller als Gold oder Platin und entsprechend begehrte Beute von Wilderern. Den Tieren droht ohne Gegenmaßnahmen die baldige Ausrottung. Der aus Südafrika stammende IT-Dienstleister Dimension Data und Cisco haben daher im November 2015 die Initiative „Connected Conservation“ ins Leben gerufen, um mittels umfassender Überwachung eines festgelegten Schutzgebiets der Wilderei in Südafrika entgegenzuwirken.
Anders als bei bisherigen Initiativen werden nicht die Tiere mittels Sensoren etwa in den Hörnern überwacht, sondern verdächtige Personen und Fahrzeuge. Wildhüter sollen damit schon eingreifen können wenn sich Wilderer Zutritt zum Lebensraum der Tiere verschaffen. Die Pilotphase ist Unternehmensangaben zufolge erfolgreich gelaufen, die Nashorn-Wilderei sei um 96 Prozent zurückgegangen. Nun soll die neue Überwachungsart auch auf Sambia, Kenia und Mosambik ausgedehnt werden und neben Nashörnern auch Elefanten einbezogen werden.

Einsatzgebiete zu Land, zu Wasser und in der Luft
Die Überwachung selbst passiert primär mit Drohnen, Wärmebildkameras, seismischen Sensoren und virtuellen „Stolperschnüren“. Die Daten werden mittels eigener Analyseprogramme ausgewertet und die gesammelten Informationen sodann in einer Cloud-Anwendung gespeichert. Connected Conservation kommt auf dem Land, in der Luft und im Wasser zum Einsatz. In Sambia geben sich Wilddiebe oftmals als Fischer aus, um über Boote an die Tiere heranzukommen.
„Wir sind stolz darauf zu zeigen, welchen Mehrwert Technologien für unsere Umwelt und Gesellschaft leisten können. Mit dem Ausbau der Connected Conservation-Initiative gehen wir einen Schritt weiter und zeigen, dass wir noch viele weitere gefährdete Tiere auf der ganzen Welt schützen können ohne sie anzutasten oder ihre Freiheit einzuschränken“, betont Jürgen Horak, CEO von Dimension Data Austria. Zukünftig sollen mit dem „Connected Conservation“-Modell auch andere gefährdete Tierarten geschützt werden, darunter Löwen, Schuppentiere, Elefanten, Tiger, Haie und Rochen.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 11.12.2018