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25. September 2016

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Geschäftsmodell versus Datenschutz

Geschäftsmodell versus DatenschutzBilderbox.com

Für die einen ist es voller ungeahnter Möglichkeiten, die anderen sehen die Privatsphäre bedroht. Das Internet scheidet die Geister.

Die Digitalisierung hat zwei Seiten, das wurde am Internet Governance Forum (IGF) Austria ein weiteres Mal deutlich. Während Sarah Spiekermann vom Institut für Management Information Systems an der WU Wien auf die Hoheit des Menschen über die Maschine pocht, sind für Raphael Schneeberger von PocketScience Daten eine Geschäftsgrundlage. Wearables und in weiterer Folge sogar Implantate gehöre die Zukunft.
Das waren die beiden Gegenpole der IGF, einer vom Bundeskanzleramt, der ISPA und der Domain-Registry nic.at ins Leben gerufene offene Dialog-Plattform. Unter dem Titel „Was passiert mit unseren Daten?“ wurden Themen wie Geschäftsmodell Daten, Netzneutralität, digitale Kompetenzen oder kommerzielle Überwachung diskutiert.

Anbieter auf dem Prüfstand
Die meisten Nutzer goutieren kostenfreie Inhalte im Netz. Die Finanzierung dieser Services erfolgt vor allem durch Daten, welche die Nutzer im Netz mehr oder weniger bewusst preisgeben. Auf dem Prüfstand steht die Transparenz der Anbieter, informieren sie ihre Kunden ausreichend über die geschäftliche Nutzung ihrer Daten und klären sie auch über ihre Rechte auf?
Ist diese Transparenz gegeben, dann profitieren alle Beteiligten von der Datennutzung, lautet der Standpunkt der Wirtschaft. Datenschutz und Datensicherheit sind in einer aufgeklärten Gesellschaft Wettbewerbsvorteile. Und die Aufgabe des Staates ist es, die Nutzer so zu unterstützen, dass diese eigenverantwortlich auf sinnvolle und praktikable Weise Entscheidungen treffen können. Als Grundlage dient eine vertrauenswürdige und datenschutzkonforme Basisinfrastruktur in Form des Internets oder von Betriebssystemen.
Einigkeit herrschte auf der Tagung darüber, dass eine Förderung datenschutzfreundlicher Produkte und Dienstleistungen – etwa in Form eines Vorrangs bei der öffentlichen Beschaffung – als Steuerungsmaßnahme sinnvoll wäre.

red/stem, Economy Ausgabe Webartikel, 21.09.2015