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24. November 2020

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Lenzing gewinnt 40. Staatspreis Innovation

Lenzing gewinnt 40. Staatspreis Innovation© BMDW_MonikaFellner

Höchste staatliche Auszeichnung an Lenzing AG für „Web Technology“. Sonderpreis „Econovius“ der Wirtschaftskammer an Cargometer für „Frachtvermessung 4.0“. Sonderpreis „Verena“ von Verbund an Easelink und TU-Graz sowie Frauscher zu Themen E-Mobilität und erneuerbare Energien.

(red/czaak) Die Lenzing AG erhält den diesjährigen Staatspreis Innovation für das Projekt „Lenzing™ Web Technology“. Aktuell umfasst der Markt für Vliesstoffe etwa 280 verschiedene Anwendungen. Die Fasern dafür müssen jedoch einmal produziert, gelagert und transportiert werden - um dann in einem zweiten Produktionsschritt Vlies herzustellen. Ein elfköpfiges Kernteam der oberösterreichischen Lenzing AG erforschte nun mit der neuen patentierten „Lenzing™ Web Technology“ die Kombination von Faser- und Vliesherstellung in einem Schritt.

Dieses Verfahren basiert auf der sogenannten Lyocell-Technologie. Das Ergebnis sind voll biologisch abbaubare und kompostierbare Vliesstoffe, die in Wischtüchern, Hygieneartikeln und Gesichtsmasken eingesetzt werden können. Produktionsreste wie der Randbeschnitt lassen sich zudem als Rohstoffe in dem Verfahren weiterverwenden. Neben der Vermeidung von Plastik ist das ein weiterer Beitrag zum Umweltschutz.

Alle nominierten Projekte
Der Staatspreis Innovation wurde im Auftrag des BM für Digitalisierung und Wirtschaft von der Austria Wirtschaftsservice (aws) organisiert und heuer bereits zum 40. Mal vergeben. „Es zeigt sich abermals eindrucksvoll, auf welches hervorragende Innovationspotenzial der Standort verweisen kann. Diese Projekte stärken unsere Wirtschaft und sind nötige Impulse, um die aktuelle Krise zu meistern“, betont Margarete Schramböck, BMin für Digitalisierung und Wirtschaft. Vom aws gibt es aktuell eine Vielzahl von Förderungen, Garantien und Krediten bis hin zur aktuellen Investitionsprämie.

Neben Lenzing wurden noch mit einer Nominierung ausgezeichnet: Frequentis DFS Aerosense (Wien) für „Digitale Flugsicherung“, weiters die Ares Genetics (Wien) für „ARESupa – Molekulare Antibiotikaresistenzdiagnostik mittels Künstlicher Intelligenz“ sowie die BHS Technologies (Innsbruck) für „RoboticScope“ (Anm. präziser operieren), dann noch AT & S (Leoben) für „Neues Substratcore als Kernstück der Digitalisierung – Brückenschlag zwischen Mikro- und Nanowelt“ und schließlich die ZKW Lichtsysteme (Wieselburg) für „[HD] mirrorZ“, ein neuartiges Echtzeitsystem in Fahrzeugen.

Sonderpreis Econovius an Cargometer
Im Rahmen des Staatspreises Innovation verleiht die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) den Sonderpreis ECONOVIUS an ein KMU, das sich durch besonders innovative Leistungen auszeichnet. Heuer wurde das Unternehmen Cargometer für „Frachtvermessung 4.0“ prämiert, ein Projekt zur digitalen Optimierung von Logistikketten „mit einem Wirtschaftspotential in Milliardenhöhe“, so die Jurybegründung.

„Die heimischen KMU beeindrucken mit ihrer Innovationskraft und gerade jetzt ist es wichtig, unsere Betriebe zu motivieren und ihre besonderen Leistungen sichtbar zu machen“, so Harald Mahrer, WKÖ-Präsident. Die Unternehmen Autforce Automations mit modularen Prüf- und Testanlagen sowie Cubes mit “Cubes - custom shaped blocks”, weiters Messfeld mit dem Projekt „Smarte Sensorfolientechnologie für Instandhaltungen“ und die Tischlerei Kaufmann mit seriell vorgefertigten Raummodule aus Holz waren die weiteren Nominierten beim Econovius.

Sonderpreis Verena an Easelink und Frauscher Thermal Motors
Der weitere Sonderpreis „Verena“ wird vom Verbund als „E-Novation Award“ an Unternehmen vergeben, die Projekte in den Bereichen Effiziente Elektrizitäts- und Energiesysteme, E-Mobilität oder verwandte Innovationen mit Unis, FHs oder FE-Einrichtungen umgesetzt haben. „Wollen wir Klimaneutralität und Dekarbonisierung erreichen, gilt es, auch in den Bereichen Wärme und Mobilität auf erneuerbare Energien umzusteigen. Elektrische Energie wird dabei einen elementaren Beitrag leisten“, unterstreicht Wolfgang Anzengruber, Vorstandsvorsitzender Verbund AG, sein bereits seit 18 Jahren laufendes Engagement beim Staatspreis.

Eine diesjährige Verena-Auszeichnung erhielten Easelink in Kooperation mit der TU-Graz für das Projekt „Matrix Charging®: Automatisierte konduktive Ladetechnologie für Elektrofahrzeuge.“ Die Innovation ist die Nutzung aller möglichen Parkzeiten von E-Fahrzeugen als Ladezeiten durch eine automatisierte Ladeverbindung am jeweiligen Parkplatz. Das System besteht aus einer Komponente am Fahrzeugunterboden und einer Ladeplatte in der Parkplatzoberfläche. Sobald das Fahrzeug auf dem Parkplatz über der Ladeplatte parkt, wird es durch die direkte physische Verbindung automatisch geladen.

Die Frauscher Thermal Motors mit der „BEST Bioenergy and Sustainable Technologies“ für das Projekt „Verbrennungskraftmaschine für Magergase“ erhielt eine weitere Auszeichnung in dieser Kategorie. Mit dem neuartigen Motor können beispielsweise Klär-, Deponie- oder Grubengase zum wirtschaftlichen Vorteil eingesetzt werden, anstatt sie ungenutzt abfackeln zu müssen. Für den Sonderpreis Verena war zudem das Unternehmen Hex in Kooperation mit der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt mit dem Projekt „Reduktion von CO²-Emissionen durch Auslastungsoptimierung von Triebfahrzeugen“ nominiert.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 26.10.2020