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16. August 2018

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Niederösterreich baut Weltraumforschung aus

Niederösterreich baut Weltraumforschung aus© Bilderbox.com

Die FH Wiener Neustadt startet das nächste Weltraumprojekt, diesmal im Bereich neuer Antriebstechnologien.

„CLIMB“, ein Mini-Satellit in Würfelform wird bis zum Jahr 2020 die Auswirkungen der Weltraumstrahlung auf Elektronik und andere Komponenten in Kleinsatelliten erforschen. Mit an Bord ist das ebenso in Wiener Neustadt ansässige Unternehmen Enpulsion, welches für den entsprechenden Ionen-Antrieb des Satelliten sorgt.
„CLIMB startet in einer eher niedrigen Umlaufbahn und wird mit dem Ionen-Antrieb immer höher steigen, um in allen Schichten entsprechende Messungen machen zu können“, erläutert Carsten Scharlemann, Studiengangsleiter Aerospace Engeneering an der FH Wiener Neustadt und Leiter des Projekts. Insbesondere die Auswirkungen auf eher kleinere Satelliten sollen beim Durchqueren des Strahlengürtels der Erde erforscht werden. Danach wird die Flughöhe wieder verringert und CLIMB zum Verglühen in der Atmosphäre gebracht - wovon ebenfalls entsprechende Messungen gemacht werden.
Ionen-Antrieb als zukunftsträchtiges Alleinstellungsmerkmal

Für die bereits laufende Projektstartphase konnte eine Förderung des Landes Niederösterreichs mit 70.000 Euro lukriert werden, die von der FH Wiener Neustadt verdoppelt wurde. Betreut wird CLIMB von Studenten der Fachhochschule. „CLIMB ist ein Vorzeigeprojekt, das die Leistungsfähigkeit der Ionen-Antriebe weiter optimieren soll“, so Alexander Reissner, Geschäftsführer der Enpulsion. Enpulsion ist ein Spin-off der FOTEC, dem Forschungsunternehmen der FH Wiener Neustadt zur Vermarktung von Forschungsergebnissen und auf die Herstellung von Ionen-Antrieben von Satelliten spezialisiert.
Das Start-Up beschäftigt derzeit 14 Mitarbeiter, ein Vertriebsbüro im kalifornischen Silicon Valley ist auch schon gegründet. „Mit den Ionen-Antrieben hat die Enpulsion ein Alleinstellungsmerkmal. Anfragen und Aufträge von renommierten internationalen Satellitenbauern liegen bereits vor und wir konnten bereits Kapital in der Höhe von 2,4 Millionen Euro akquirieren“, freut sich Reissner. 21 Antriebe mit einem Volumen von 500.000 Euro sind zudem bereits verkauft. Weitere Stossrichtung sind laut Reisner „kleinere Satelliten, die auch als Schwarm fungieren können und so größere Versorgungssicherheit bieten.“

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NOe-Wirtschaftspressedienst/red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 23.01.2018