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28. Juni 2017

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No more Fake-News auf Twitter, Facebook & Co

No more Fake-News auf Twitter, Facebook & Co© piqs.de/stefan kloo

Die gewählte Wortwahl kann Falschmeldungen verraten. Ein neues Analyse-Tool soll nun in den Sozialen Medien Begriffe finden, die Glaubwürdigkeit vermitteln.

Computer können unterstützen die Verbreitung von sogenannten „alternativen Fakten“ oder Fake-News über soziale Medien zu mindern. Allerdings müssen sie dann bewerten ob eine Nachricht auch wirklich stimmig ist. Forscher des Georgia Institute of Technology (Georgia Tech) haben nun ein System entwickelt, das über die genutzten Wörter die Glaubwürdigkeit von Tweets beurteilt.

66 Millionen englischsprachige Tweets
Das Forscherteam hat zu Studienzwecken rund 66 Mio. englischsprachige Tweets zu 1.377 Ereignissen analysiert und über die Einschätzung von Teilnehmern jedem Ereignis ein Ranking der Glaubwürdigkeit verpasst, entweder „perfekt“, „hoch“, „normal“ oder „gering“. Im nächsten Schritt erfolgte die Analyse der weiteren Tweets zu den Ereignissen und hier zeigt sich, dass etwa Wörter wie "teriffic" (toll) eine eher hohe Glaubwürdigkeit signalisieren und Wörter wie „Ha“ eher in ungläubigen oder kritischen Tweets vorkommen. Die Forscher leiten daraus nun Indikatoren ab, ob Menschen die Inhalte für realistisch halten oder eben nicht.

Glaubwürdigkeits-Check
Im nächsten Schritt wurden die Ergebnisse dieser Analyse für ein Computermodell verwendet welches die Glaubwürdigkeit von Tweets automatisch einschätzt und in 43 Prozent der Fälle ergab der Testlauf exakt die Bewertung, die sich aus der Einschätzung menschlicher Teilnehmer ergeben hatte.
„In Kombination mit anderen Signalen wie Strukturinformationen könnte unser linguistisches Ergebnis ein wichtiger Baustein eines automatisierten Systems werden“, betont Eric Gilbert, Informatikprofessor am Georgia Tech. „Twitter ist Teil des Problems der Verbreitung unwahrer Nachrichten online. Aber es kann auch Teil der Lösung sein.“

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PressetextAustria/red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 10.03.2017