Unabhängiges Magazin für Wirtschaft und Bildung

02. Dezember 2021

Search form

Search form

Österreich wieder Topnation in Digitalranking

Österreich wieder Topnation in Digitalranking© Pexels.com/pixabay

Eine Verbesserung um drei Plätze ergibt für Österreich Platz 10 beim aktuellen Digital Economy and Society Index. Österreich liegt wieder vor Deutschland und Belgien und in wichtigen Kategorien über EU-Schnitt.

(red/czaak) Österreich schafft im aktuellen Digital Economy and Society Index (DESI) 2021 den Sprung auf den 10. Platz und verbessert sich damit gegenüber 2020 um drei Plätze. Der DESI ist ein von der Europäischen Kommission (EK) entwickeltes und auf nationaler Ebene seit 2015 jährlich erhobenes Ranking, das einen Vergleich des digitalen Fortschritts der 27 EU-Mitgliedstaaten in vier Dimensionen sowie ein Monitoring der Entwicklung über die Zeit erlaubt. 

Digitalisierung als großer Wettbewerbsvorteil
Mit dem aktuellen Ergebnis überholt Österreich Belgien und Deutschland, verzeichnet teilweise sehr gute Entwicklungen in allen Messbereichen und liegt durchgehend über dem EU-Schnitt. Die höchsten Werte gab es in den traditionellen Stärkefeldern „Humankapital“ (Platz 9) und „Digitale öffentliche Dienste“ (Platz 9). Gegenüber dem Vorjahr konnte sich das Land besonders in „Integration digitaler Technologie“ durch Unternehmen sowie in der “Konnektivität” verbessern.

„Die beiden vergangenen Jahre haben klar gezeigt, dass Digitalisierung ein enormer Wettbewerbsvorteil für Unternehmen ist und in vielen Bereichen wesentliche Erleichterungen für unsere Gesellschaft bringt. Neue digitale Services der Verwaltung leisten dabei bedeutende Beiträge und untermauern unsere Vorreiterrolle im E- und M-Government“, unterstreicht Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaft.
  
Die Details zu Kategorien und Themen
Österreich reüssiert vor allem in den „Digitalen öffentlichen Diensten“ und das mit überdurchschnittlichen Ergebnissen bei allen Indikatoren. Gepunktet werden konnte etwa mit einer hohen E-Government-Nutzung auf Basis des nutzerorientierten Ausbaus der Plattform oesterreich.gv.at oder des Unternehmensserviceportals usp.gv.at sowie der Handy-Signatur und der begleitenden mobilen Dienste für das „Digitale Amt“. Bei den E-Government Services für BürgerInnen und Open Data wird Österreich sogar als europäischer Vorreiter ausgewiesen, hier liegt das Land weit über dem EU-Schnitt.
 
Das Thema „Konnektivität“
Den größten Schub erzielt Österreich in der „Konnektivität“ mit dem Sprung von Platz 22 im Jahr 2020 auf aktuell Platz 11. Dieser Wert resultiert etwa aus den herausragenden Resultaten bei der mobilen Breitbandversorgung und Spitzenwerten im Bereich der 5G-Abdeckung. Positiv erwähnt wird in diesem Zusammenhang auch das Auktionsdesign zu den Frequenzversteigerunen (Anm. Preisnachlässe, Ausbauverpflichtungen in unterversorgten Regionen und entlang zentraler Verkehrsverbindungen). Pluspunkte gab es zudem für die österreichische Breitbandstrategie 2030 oder die staatlichen Förderprogramme zum Glasfaserausbau im ländlichen Raum. 
 
Dimension „Integration Digitaler Technologien“
In der Dimension „Integration Digitaler Technologien durch KMU“ erzielt Österreich Platz 11. Die Verbesserung um sechs Plätze ergibt sich hauptsächlich durch starke Leistungen bei den neuen Indikatoren, darunter IKT und Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz/KI und KMU mit zumindest grundlegenden Digitalisierungskompetenzen. Bei der Nutzung von KI-Technologien hält Österreich aktuell mit 37 Prozent einen deutlichen Abstand zum EU-Schnitt mit 25 Prozent.
 
Dimension „Humankapital“ und „Digitale Fähigkeiten“
In der Kategorie „Digitale Fähigkeiten“ zählt Österreich mit Platz neun zu den stärksten Ländern.  Der DESI Länderbericht hebt hier den ganzheitlichen Ansatz und die Vielzahl an zielgerichteten Aktivitäten hervor, um persönliche und berufliche digitale Kompetenzen in der Bevölkerung zu verbessern, auch abseits der formalen Schulbildung. Unterstrichen werden vor allem die praxisbezogene Rolle des Digitalministeriums, die Zusammenarbeit mit Vereinen wie „fit4internet“ und Initiativen wie die „digital pro boot-camps“ beziehungsweise die Qualifizierungsoffensive des Bundesministeriums für Wirtschaft und Digitalisierung.

Links

red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 19.11.2021