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14. Dezember 2018

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Sprechen, senden, warnen, unterhalten – und fahren.

Sprechen, senden, warnen, unterhalten – und fahren.© piqs.de/fluffisch

Autos werden ständig kommunikativer und dafür braucht es mehr Antennen. Die TU-Wien entwickelt ein neues Telekommunikationskonzept für das Automobil der Zukunft.

Autofahren ohne Daten ist heutzutage nahezu unvorstellbar. Das Navi erklärt mit Hilfe von Satellitendaten den Weg, das Telefonat wird (gesetzeskonform und vor allem sicherheotstechnisch) über das Auto geführt, Sicherheitshinweise werden automatisch eingeblendet und zukünftig wird auch der Datenaustausch im Straßenverkehr eine (noch) größere Rolle spielen.
Für diese Informations- und Kommunikationsübertragungen braucht es Antennen und bei einer Zunahme an Diensten entsprechend neue Varianten diese im Auto unter zu bringen. Die TU Wien hat nun eine spezielle Antennenbox entwickelt, die im vorderen Bereich des Autodachs integriert werden kann. Ausführliche Messungen zeigen dabei eine sehr gute Richtcharakteristik der Funksignale rund ums Auto und damit auch ein entsprechendes Rüstzeug für die Funk-Anforderungen von morgen, so die TU-Wien in einer Aussendung.
Kooperation zwischen TU-Wien und TU-Thüringen

„Die Antennen der Autos werden heute meist in der sogenannten Haifischflosse verbaut“, sagt Gerald Artner von der Abteilung Telecommunications der TU Wien. Allerdings lassen sich dabei nicht beliebig viele Antennen unterbringen, platzbedingt und zudem können einander die Antennen gegenseitig stören.

Das sei ein Problem, denn die Telekommunikations-Fähigkeiten von Autos sollen in den nächsten Jahren stark ausgebaut werden.
Ein TU-Wien-Team um Gerald Artner konstruierte nun eine Antennen-Box aus karbonfaserverstärktem Kunststoff, die in Kooperation mit dem Innovationszentrum Mobilität der TU Ilmenau in Thüringen erstmals in einem Autodach verbaut wurde. Das gesamte Auto wurde dann in einem europaweit einzigartigen Forschungslabor, der Virtuellen Straße – Simulations- und Testanlage (VISTA) vermessen, um die resultierenden Strahlungsdiagramme zu ermitteln. „Unsere Antennenvertiefung bietet nicht nur mehr Platz für eine größere Zahl von Antennen, zusätzlich ist auch die Richtcharakteristik besser als bei der Haifischflosse am Heck“, sagt Artner.
„Durch die Krümmung des Autodachs passiert dort keine hohe Sendeleistung direkt nach vorne. Unsere Antennenbox wiederum liefert gerade in dieser Richtung ausgezeichnete Ergebnisse“, betont TU-Wien-Experte Artner.
Zukünftig möglich wäre auch die Kombination mehrerer Antennenkonzepte um Störungen noch besser ausgleichen. Das aktuelle TU-Wien-Projekt wurde nun im Fachjournal „IEEE Antennas and Wireless Propagation Letters“ veröffentlicht.

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red/mc, Economy Ausgabe Webartikel, 12.11.2018